Mehrheit für Anti-Minarett-Initiative
Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage ist eine relative Mehrheit der Schweizer für das Verbot von Minaretten, über das Ende November in einer Volksabstimmung entschieden wird.

Foto © Reuters
Die Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz hat gute Erfolgsaussichten. Der Abstimmungstext besteht aus einem einzigen Satz, der dem Artikel 72 der schweizerischen Bundesverfassung zu Kirche und Staat beigefügt werden soll: "Der Bau von Minaretten ist verboten." Nach dem Umfrageergebnis lehnen 46 Prozent den Bau von Minaretten ab, während ihn 39 Prozent befürworten, berichtet die Westschweizer Tageszeitung "24 heures". Das Umfrageinstitut MIS Trend hat rund 1000 Schweizer befragt.
Rund zwei Wochen vor der Abstimmung über die Anti-Minarett-Initiative seien 15 Prozent noch unentschlossen in der Frage. Besser als die Minarette schneiden in der Umfrage die in der Schweiz lebenden Muslime ab: 70 Prozent der Befragten haben nichts gegen die Bevölkerungsgruppe. Davon beurteilen sechs Prozent das Image der Muslime als "sehr gut", 26 Prozent als "ziemlich gut" und 38 Prozent als "weder gut noch schlecht". 24 Prozent haben ein eher schlechtes oder sehr schlechtes Bild der Muslime und 6 Prozent haben gar keine Meinung.
Für die Umfrage wurden 1004 Personen zwischen 18 und 74 Jahren interviewt. Davon leben 504 in der Westschweiz und 500 in der Deutschschweiz. Nicht alle der Befragten verfügen laut MIS Trend über das Schweizer Stimmrecht. Bei der Volksabstimmung am 29. November ist eine doppelte Mehrheit erforderlich. Die Mehrheit der Stimmbürger und mehr als die Hälfte der 26 Kantone müssen der Vorlage zustimmen, damit sie Rechtskraft erlangen kann. Getragen wird die Initiative von rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP).












