Temelin-AKW-Teile möglicherweise durch Österreich

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Die Bestandteile für die zwei geplanten zusätzlichen Reaktoren im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin werden möglicherweise nach Tschechien durch Österreich - konkret durch Niederösterreich und Oberösterreich - transportiert werden. Diese Möglichkeit ist in einer Studie in Aussicht genommen, die der Tschechische Energiekonzern (CEZ) ausarbeiten ließ.
Angesichts der Größe und des Gewichts des Reaktor-Kessels sowie der Kosten des Transports zeichnet sich die Lieferung auf dem Wasserweg als am vorteilhaftesten ab. Dabei kämen zwei Alternativen infrage: entweder über Elbe und Moldau oder über die Donau. Im zweiten Fall müsste die Fracht in Linz ausgeladen und dann auf andere Weise nach Südböhmen weitertransportiert werden, heißt es in der Studie, aus der die tschechische Tageszeitung "Lidove noviny" (Mittwoch-Ausgabe) zitierte. "Der Transport der schweren Bestandteile über einen Wasserweg geht aus der Studie wirklich deutlich billiger als über den Eisenbahn- oder Straßenweg hervor", bestätigte CEZ-Sprecher Ladislav Kriz gegenüber dem Blatt.
Zwar ist der Ausbau Temelins offiziell noch nicht beschlossen, allerdings wird er in Tschechien praktisch als abgemachte Sache betrachtet. Seit 2008 läuft eine Umweltverträglichkeitsprüfung für dieses Projekt. Sie soll 2010 abgeschlossen werden. Außerdem sucht CEZ einen Lieferanten der Reaktoren per Auswahlverfahren. In der vergangenen Woche wurde die Annahme der Bewerbungen beendet, wobei es nach Medienberichten drei Interessenten gibt: den amerikanischen Konzern Westinghouse, der sich bereits am Bau der beiden bestehenden Reaktoren in Temelin beteiligt hatte, die französische Areva und den russischen Atomstrojexport.
Mit der Inbetriebnahme der beiden zusätzlichen Blöcke in Temelin wird gegen 2020 gerechnet. Der offizielle Beschluss zur Errichtung wird höchstwahrscheinlich Sache jener Regierung sein, die aus den Parlamentswahlen im Mai 2010 hervorgeht.












