Prozess gegen Serbenführer Karadzic vertagt

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Vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag ist am Montag der Prozess gegen den früheren Präsidenten der bosnisch-serbischen Republik Radovan Karadzic kurz nach dem Auftakt auf Dienstag vertagt worden. Karadzic, der sich selbst verteidigt, hatte die Prozesseröffnung boykottiert.
"Ich stelle fest, dass der Angeklagte Herr Karadzic nicht anwesend ist", sagte der südkoreanische Richter O-Gon Kwon. "Ich stelle ebenfalls fest, dass, weil er sich entschlossen hat, sich in dem Verfahren bisher selbst zu verteidigen, kein Anwalt in seinem Namen hier ist." Angesichts der Abwesenheit werde das Verfahren vertagt und am Dienstag um 14.15 Uhr mit der Verlesung der Anklagepunkte wieder aufgenommen.
Die deutsche Staatsanwältin Hildegard Uertz-Retzlaff beantragte im Namen der Anklage, Karadzic das Recht zu entziehen, sich selbst zu verteidigen. Das Gericht müsse stattdessen einen Pflichtverteidiger für ihn bestellen. Karadzic versuche mit seiner Blockadehaltung, den Prozess gegen ihn massiv zu behindern.
Nach Angaben seines Belgrader Rechtsberaters Goran Petronijevic wird Karadzic allerdings auch am Dienstag nicht vor dem UNO-Tribunal erscheinen. "Karadzic wünscht, dass man ihm ein faires Verfahren sichert, indem man ihm weitere zehn Monate für die Vorbereitung der Verteidigung gewährt", sagte Petronijevic gegenüber der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug. Der Angeklagte wolle in keinem Fall den Prozess behindern. Gegen die Bestellung eines Pflichtverteidigers gegen seinen Willen würde er sich widersetzen, da dies eine Verletzung seiner Rechte darstellen würde, sagte der Anwalt. Der 64-Jährige ist wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 angeklagt.












