Nach Attacke auf Konsensgruppe: Groteske um "Germanisierungspläne"
Wie der Rat der Slowenen mit verschärfter Tonart gegen für Verständnislosigkeit sorgt und eine "Verbrüderung" Marjan Sturms mit dem Kärntner Heimatdienst sowie dem Politiker Andreas Mölzer ortet.

Foto © KLZ/WeichselbraunDie Konsensgruppe mit J. Feldner, B. Sadovnik, M. Sturm und H. Stritzl sieht sich im Kurz bestätigt
Mit Verständnislosigkeit wird jetzt auf den Rat der Kärntner Slowenen mit Obmann Karel Smolle reagiert. Der attackiert in immer schärferer Tonart die Konsensgruppe und vor allem Marjan Sturm als Obmann des Zentralverbandes slowenischer Organisationen auch deshalb, weil sie am Samstag an einem Treffen der Kulturen teilnehmen, veranstaltet von zwei Kulturvereinen dort. Die Diktion des Rates, der von "Kollaboration mit antislowenischen, deutschnationalen, antieuropäischen und verdeckt faschistoiden Organisationen und Personen" spricht, löst breites Kopfschütteln aus. "Dieser Smolle-Kurs passt kongenial zum Kurs des Abwehrkämpferbundes mit Obmann Fritz Schretter auf der anderen Seite", sieht Sturm vergleichbare Extreme.
"Zwietracht säen"
Andreas Mölzer, EU-Abgeordneter, KHD-Vertreter und Unterstützer des Dialogkurses, kommentiert, dass es dem Rat nur darum gehe, "Zwietracht zu säen". Ihm wegen der deutschen Bezeichnung Marburg für Maribor "Germanisierungspläne" zu unterstellen, sei "Humbug".
Beide Extrem-Seiten kommen offensichtlich immer mehr unter Druck. Fritz Schretter erntet für seine radikalen, gestrigen Aussagen bei der 10.-Oktober-Feier den Rückzug des Bundesheeres von künftigen Feiern und scharfe Kritik von SPÖ und ÖVP. Und der Rat ist quasi in einem Doppelspiel um Signale bemüht, aus der Isolation heraus zu kommen. Nicht anders interpretieren Beobachter, dass der diesjährige Einspielerpreis des Rates an Franz Pacher, Chef der Wirtschaftskammer verliehen wird. Er unterstützt bekanntlich offiziell die Konsensgruppe.
Der Rat ortet auch eine "Verbrüderung" Sturms mit dem Kärntner Heimatdienst sowie Mölzer. Der hat als Herausgeber der rechtsnationalen Zeitung "Zur Zeit" Sturm in einem Interview Platz gegeben, um für das Aufbrechen von Schwarz-Weiß-Denken auf beiden Seiten" zu plädieren. Smolle erinnert, dass dieselbe Zeitung Artikel veröffentlicht, "die von Hitler als sozialem Revolutionär sprechen". Sturm sieht sich durch die Attacken bestätigt, den Konsenskurs fortzusetzen. Interviews für "Zur Zeit" hätten auch Heinrich Neisser, Karl Schlögl, Ex-Rechnungshofpräsident Franz Fiedler oder Alexander Wrabetz (ORF) gegeben.












