Start der Kampagnen für Stichwahl in Afghanistan

Foto © APA
Auftakt zur Stichwahl in Afghanistan: Nach der umstrittenen ersten Runde der Präsidentschaftswahl hat am Samstag nun offiziell die Kampagne für die zweite Runde begonnen. Das teilte ein Sprecher der Wahlkommission in Kabul mit. In der Stichwahl stellen sich Amtsinhaber Hamid Karzai und sein Herausforderer Abdullah Abdullah.
In der ersten Runde waren massive Wahlfälschungen zugunsten Karzais bekanntgeworden. Allerdings hatte Karzai auch nach Abzug gefälschter Stimmen einen Vorsprung von fast 20 Prozentpunkten vor Abdullah Abdullah. Karzai geht damit als klarer Favorit in die Stichwahl am 7. November.
Der afghanische Staatschef ist nach eigenen Angaben von der internationalen Gemeinschaft dazu gedrängt worden, eine zweite Runde der Präsidentschaftswahl zu akzeptieren. Es habe "freundliche Bemühungen einiger Regierungen" gegeben, sich einer Stichwahl mit seinem Herausforderer Abdullah Abdullah zu stellen, sagte Karzai in einem Interview mit CNN. So hätten ihn der britische Premierminister Brown, der türkische Präsident Abdullah Gül und der pakistanische Staatschef Asif Ali Zardari angerufen. Zu Druck aus dem Weißen Haus machte Karzai keine Angaben.
Unsicher ist auch, ob viele Afghanen an der zweiten Runde überhaupt teilnehmen. Schon bei der Wahl im August war die Wahlbeteiligung gering gewesen. Die radikal-islamischen Taliban hatten zu einem Boykott der Abstimmung aufgerufen. Nach der Abstimmung hatten Wahlbeobachter berichtet, Aufständische hätten Wählern den bei der Stimmabgabe mit nicht abwaschbarer Tinte markierten Finger abgehackt.
Unterdessen ging die Gewalt am Hindukusch weiter. Bei Gefechten im Süden des Landes kamen drei Soldaten der Schutztruppe ISAF ums Leben, wie die NATO am Samstag mitteilte. Ebenso im Süden des Landes - dort haben nach Angaben der Polizei US-Soldaten vier Zivilisten erschossen.












