Kommandanten der iranischen Revolutionsgarden bei Anschlag getötet
Bei einem Selbstmordanschlag im Iran sind am Sonntag mindestens 20 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren zwischen zwei und fünf ranghohe Kommandanten der Revolutionsgarden.

Foto © APWird unter den Opfern vermutet: General Nour Ali Shoushtari
Wie die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, ereignete sich das Attentat in der Früh in der südostiranischen Provinz Sistan-Balutschistan (Sistan-Bauchestan) an der Grenze zu Pakistan. Es sei der schwerste Angriff auf die Revolutionsgarden seit mehreren Jahren gewesen, hieß es.
Laut Fars waren unter den Toten der Vize-Kommandant der Landstreitkräfte der Revolutionsgarden, General Nour Ali Shoushtari, und der Kommandant der Revolutionsgarden in Sistan-Belutschistan, General Mohammad Sadeh. Parlamentspräsident Ali Larijani verurteilte die Tat, mit der die Sicherheitslage in der Region untergraben habe werden sollen, und bestätigte den Tod der Kommandanten in einer im Fernsehen übertragenen Rede vor dem Parlament.
Die Kommandanten fuhren dem IRNA-Bericht zufolge zu einem Treffen von Stammesvertretern, als der Attentäter einen Sprengstoffgürtel zur Explosion brachte. Sistan-Belutschistan grenzt an Pakistan and Afghanistan. Es kommt dort oft zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, sunnitischen Rebellen und Drogenhändlern.
Der Verdacht fiel auf die sunnitische Organisation Jundallah (Brigade Gottes), die schon mehrfach Anschläge gegen die Revolutionsgarden und schiitische Ziele im Südosten des Landes verübt hat. Im Mai bekannte sich die Jundallah zu einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in der Provinzhauptstadt Sahedan, bei dem 25 Menschen in den Tod gerissen wurden. 13 Mitglieder der Jundallah wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag verurteilt und hingerichtet. Im Februar 2007 kamen bei einem Autobombenanschlag nahe Sahedan elf Mitglieder Revolutionsgarden ums Leben.
Features
Revolutionsgarden
Die Revolutionsgarden (Pasdaran) bilden als loyale Truppen des geistlichen Oberhauptes des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, neben der regulären Armee (Artesh) die zweite Säule der iranischen Streitkräfte. Die iranische Verfassung sieht zum Schutz des schiitischen Gottesstaates gegen Feinde von außen und innen schlagkräftige paramilitärische Einheiten vor.












