Historischer Augenblick für Armenien und die Türkei
Geplant ist die Aufnahme direkter diplomatischer Korrespondenz und die Wiedereröffnung der Grenze zwischen beiden Ländern.

Foto © APAZwischen den beiden Ländern sollen die Grenzen geöffnet werden
Armenien und die Türkei unterzeichnen am Samstag in Zürich ein historisches Abkommen zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Das Abkommen wird von den Außenministern Armeniens und der Türkei, Eduard Nalbandian und Ahmet Davutoglu unterschrieben.
Polit-Prominenz
Dem historischen Moment werden der EU-Außenbeauftragte Javier Solana, US-Außenministerin Hillary Clinton, der russische Außenminister Sergej Lawrow, der französische Außenminister Bernard Kouchner und sein slowenischer Kollege Samuel Zbogar als amtierender Präsident des Ministerkomitees des Europarats sowie die Schweizer Chefdiplomatin Micheline Calmy-Rey beiwohnen.
Die Türkei hatte nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Sowjetrepublik Armenien im Jahr 1991 keine Beziehungen zu dem Land aufgenommen. Grund ist vor allem der Streit um die Massaker an Armeniern zur Zeit des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg. Armenien sieht darin einen Völkermord, während die Türkei auf die Zeitumstände des Ersten Weltkriegs verweist.
Massaker
Bei den Massakern an den Armeniern 1915 sollen nach Schätzungen bis zu 1,8 Millionen ums Leben gekommen sein. Die Türkei geht dagegen von etwa 200.000 Toten aus. Rund 20 Staaten sowie die UNO haben die bürokratisch geplante Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg und danach als Völkermord eingestuft. Gegensätzlich sind auch die Positionen im Konflikt um die Kaukasus-Enklave Berg-Karabach, die auf aserbaidschanischem Gebiet liegt und von Armeniern bewohnt wird.
Die Schweiz engagierte sich in den vergangenen Jahren für eine Aussöhnung der beiden Staaten. Sie gehört zu jenen Ländern, die die Massaker an den Armeniern gesetzlich als Völkermord anerkennen.













