"Wir leiden an den Wahlturbulenzen"
Johannes Pirker, Bürgermeister von Dellach/Drau, ist seit 105 Tagen im Amt - mit einer schweren Last: Seine Gemeinde wurde durch Wahlmanipulation erschüttert.

Foto © StöflinJohannes Pirker
Sie sind nun seit 105 Tagen Bürgermeister von Dellach im Drautal. Wie geht es Ihnen nach den Wahlturbulenzen?
JOHANNES PIRKER: Als Lokführer bin ich weniger unterwegs, politisch leiden ich und alle Mitarbeiter im Gemeindeamt an den Folgen der Wahlen. Wir alle sind sehr enttäuscht über die Aktion meines Mitbewerbers. Ich hätte nie geglaubt, eine solche Demokratieverletzung zu erleben. Abgesehen davon entstanden durch die dritte Wahl nicht geplante Mehrkosten und Zeitverschiebungen bei geplanten Vorhaben, das Bürgerservice litt ebenso.
Wie können Sie Belastungen und verlorene Zeit aufholen?
PIRKER: Für weitere Schritte müssen wir die Entscheidung der Staatsanwaltschaft abwarten. Ansonsten müssen wir im Amt viel mehr Arbeit bewältigen - weil uns ein Mitarbeiter fehlt, denn Egger ist im Krankenstand. Als Erstes haben wir einen Lehrling aufgenommen und die anderen Kollegen leisten erfreulicherweise und motiviert Mehrarbeit.
Spürt auch der Bürger die Verzögerungen und Mehrbelastung?
PIRKER: Wie bemühen uns, dass der Bürger nichts davon spürt. Alle Mitarbeiter im Amt leisten Mehrstunden, verschieben ihre Urlaube und auch die Teilzeitkraft hat die Arbeitsstunden erhöht. Ich versuche natürlich auch mein Bestes, außerdem müssen wir um Arbeitsplätze kämpfen und ich will neue herbringen. Meine Freizeit wird hintangestellt.
Ihre persönliche Haltung zu Eggers Entschuldigung per Postwurf?
PIRKER: Ich würde gerne den Verfasser des Schreibens kennen. Echt scheint zwar die Unterschrift Eggers zu sein, aber es ist nirgendwo ein SPÖ-Briefkopf zu finden. Und: Ich ersuche alle, gegenüber der Familie Egger absolute Fairness walten zu lassen, trotz der unverzeihlichen Handlung meines Mitbewerbers.












