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Zuletzt aktualisiert: 05.10.2009 um 20:11 UhrKommentare

Leitl in Japan: "Die Kleinen haben große Chancen"

Mit 140 Wirtschaftstreibenden war Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl in Japan. Er sieht riesige Wachstumschancen und kritisiert die EU.

Christoph Leitl in Mission

Foto © APAChristoph Leitl in Mission

"Die san zu langsam", meint Christoph Leitl und meint damit die EU-Kommission. Japan und die USA setzten massive Mittel für Forschung und Entwicklung im Umweltsektor ein. Noch habe Österreich auf diesem Gebiet einen gewissen Vorsprung. "Wir müssen von der EU ein gewaltiges Forschungs- und Entwicklungsprogramm in diesem Bereich fordern", sagt Leitl.

"Sicher ein guter Partner"

Andernfalls müsse man sich eben außerhalb Europas Partner suchen, für Joint Ventures, für gemeinsame Entwicklung. Zum Beispiel in Japan, das wäre "aufgrund der gleichen Philosophie der Nachhaltigkeit und des Interesses an Umwelt und Natur sicher ein guter Partner", sagt Leitl. "Aber vielleicht setzt die neue Kommission ja Impulse", hofft er.

Wie groß so ein Umweltprogramm der EU sein müsste, um wirksam zu werden, will Leitl nicht konkret sagen. "Es kommt nicht primär auf die Gelder an, es geht darum, wie vernetze ich unterschiedliche europäische Aktivitäten auf diesem Sektor zu einer Gesamtstrategie, und das läuft derzeit nicht".

Der konkrete Nutzen?

Was die Japan-Reise mit dem Bundespräsidenten konkret gebracht hat, lässt sich laut Leitl nicht genau beziffern. "In Ländern, wo der Staatseinfluss sehr groß ist, werden Verträge unterschrieben, da kann man Volumina definieren, weil da ein Putin im Hintergrund steht oder ein Scheich". In einer entwickelten Industrienation aber sei das nicht der Fall, sagt Leitl. "Da kannst Du nur auf Kontakte setzen, Vertrauensbeziehungen stärken, neugierig machen auf Österreich". Dass Heinz Fischer und vier Minister die Delegation angeführt haben, hat manche Tür geöffnet.

Besonders die Klein- und Mittelbetriebe hätten in Japan gute Chancen mit innovativen Produkten und Ideen, glaubt Leitl. "Mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der Reise beschäftigt weniger als 20 Mitarbeiter." Jedes Jahr wachse die Wirtschaftskammer um 2000 Exporteure. "Als ich angefangen habe, waren es 15.000. Jetzt gehen wir auf 40.000 zu", sagt Leitl stolz.


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