Umfärbeaktion im Sozialbereich
Die AVS, Kärntens größter Anbieter von sozialen Dienstleistungen, hat jetzt einen orangen Chef. Koalition übernahm bisherige SPÖ-Domäne.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1950 war die AVS, die Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens, eine rote Bastion. Mit 1300 Angestellten ist sie im Lande der größte Anbieter von sozialen Dienstleistungen. In der Vollversammlung, die nach den Gemeinderats-Wahlergebnissen zusammengesetzt wird, ist die SPÖ noch immer stärkste Fraktion. Das Sagen hat jetzt aber die orange-schwarze Koalition. Sie zog bei der Vollversammlung am Donnerstag eine Umfärbeaktion durch und kürte einen Orangen zum neuen Chef der AVS.
Karl Kohlweg, BZÖ-Vizebürgermeister von St. Georgen am Längsee und Vorsitzender des Sozialhilfeverbandes St. Veit, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Er löst den roten Karl Bodner ab. Stellvertreterin ist, wie bisher, die Techelsberger ÖVP-Vizebürgermeisterin Renate Lauchard. Die SPÖ stellt somit weder den Vorsitzenden noch einen Stellvertreter.
Von einer Umfärbeaktion will Kohlweg nichts wissen. Die Neuformierung des Vorstandes sei "nach demokratischen Regeln" vor sich gegangen. Außerdem hat ihn - bei einem Wahlergebnis von elf zu acht Stimmen - ein SPÖ-Funktionär mitgewählt.
Der neue AVS-Chef möchte sein Amt auch "nicht parteipolitisch, sondern rein sachlich" anlegen. So habe er es in den vergangenen zehn Jahren im Sozialhilfeverband St. Veit gehalten. In den AVS-Gremien war Kohlweg bisher nicht vertreten. Dass er gleich als Chef einsteigt, hat er Sozialreferent Christian Ragger (BZÖ) zu verdanken, der ihn für die Funktion angeworben und innerhalb der orange-schwarzen Koalition die Absprachen getätigt hat. Die SPÖ wurde davon überrascht.
ANTONIA GÖSSINGER












