"Der Kanzler bin ich definitiv nicht"
Werner Faymanns Prinzip des "Nicht-Streitens" verschafft ÖVP-Chef Josef Pröll offenbar eine starke Position - "heimlicher Regierungschef zu sein", stellt er aber entschieden in Abrede. "Kanzlerbonus" bleibt bei SPÖ-Chef Werner Faymann weiterhin eine Fehlanzeige.

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ÖVP-Chef Josef Pröll ist davon überzeugt, mit seinem Amtsantritt vor einem Jahr seiner Partei "Rückenwind" beschert zu haben. Mit dieser Feststellung wolle er seinen erfolgreichen Landeshauptleuten in Vorarlberg und Oberösterreich freilich nicht ihren Erfolg nehmen, so der ÖVP-Politiker im "Ö1-Morgenjournal". Rosig sieht er jedenfalls die Lage der Volkspartei in der Steiermark - hier sei es 2010 möglich, den Landeschef zurückzuholen.
"Definitiv nicht Kanzler"
Vehement in Abrede stellte Pröll allerdings, "heimlicher Regierungschef" Österreichs zu sein: "Definitiv nicht" - die Pröllsche Grundsatzrede, die für 14. Oktober anberaumt ist, sei die "des Finanzministers", nicht die eines Bundeskanzlers. Der Inhalt dieser Rede werde mit dem tatsächlichen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) jedenfalls besprochen.
In einer am Montag veröffentlichten Umfrage für den Privatsender ATV kommt der SPÖ-Vorsitzende Werner Faymann bei der Kanzlerfrage freilich nur noch auf 20 Prozent. Für Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) würden hingegen bei einer Direktwahl 26 Prozent stimmen. Die Untersuchung wurde in der vergangenen Woche zwischen der Vorarlberger Landtagswahl und den Wahlen in Oberösterreich durchgeführt, erklärte Meinungsforscher Peter Hajek.
Kanzlerbonus nicht in Sicht
"Bundeskanzler Faymann konnte bis dato keinen Kanzlerbonus aufbauen, was auch auf die Niederlagenserie der SPÖ zurückzuführen ist", erklärte Hajek. Mit Wahlerfolgen nächstes Jahr in Wien, der Steiermark und dem Burgenland könnte sich dies wieder ändern, aber: "Wichtig ist für Faymann, dass er weiter sein Profil schärft. Die Menschen müssen verstehen, wofür der Kanzler steht".
Auch in der Sonntagsfrage liegt die SPÖ in der Untersuchung klar hinter der ÖVP. 32 Prozent hätten der ÖVP, 28 Prozent der SPÖ und 23 Prozent den Freiheitlichen ihre Stimme gegeben. Für die Grünen votierten neun und für das BZÖ sechs Prozent.
Features
"ATV-Österreich-Trend"
Der "ATV Österreich Trend" wird von Hajek seit Jänner 2009 vierteljährlich erstellt und soll aktuelle Meinungen erfassen und Trends aufzeigen. Für die Studie werden 1.000 wahlberechtigte Österreicher zu politischen und wirtschaftlichen Themen befragt.













