Neue politische Bewegung in der Türkei gegründet
In der Türkei ist eine neue politische Bewegung entstanden, die den etablierten Parteien ihre Machtstellung streitig machen will. Am Sonntag wurde in Istanbul die Gründungsversammlung der vom populären Bürgermeister des Bezirks Sisli, Mustafa Sarigül, ins Leben gerufenen "Bewegung für einen Wechsel in der Türkei" (Türkiye Degisim Hareketi/TDH) abgehalten, berichtet die Zeitung "Hürriyet".
Der als charismatisch geltende Sarigül war ursprünglich ein aufstrebender Politstar innerhalb der kemalistischen CHP (Republikanische Volkspartei). Er war aber ein scharfer Kritiker des betont nationalistisch und Armee-freundlich auftretenden CHP-Chefs Deniz Baykal. Der 2005 unternommene Versuch Sarigüls, Baykal von der CHP-Spitze abzulösen, scheiterte jedoch. Er wechselte zur Demokratischen Linkspartei (DSP). Im März wurde er zum dritten Mal als Bürgermeister Sislis mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Im Juli verließ Sarigül (der Name bedeutet "gelbe Rose") die DSP, um eine eigene Partei zu gründen
Zur TDH-Gründungsversammlung kamen tausende Menschen aus der ganzen Türkei. Vor seinen Anhängern erklärte Sarigül, die derzeitigen Oppositionsparteien stellten keine Alternative zur islamisch orientierten Regierung dar. Als größte Probleme der Türkei nannte Sarigül die steigende Arbeitslosigkeit und die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft.
Die TDH werde sich für die arbeitenden Menschen einsetzen, für Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie gegen Diskriminierung, versprach Sarigül. Die Bewegung knüpfe an die Ideale von Republiksgründer Mustafa Kemal Atatürk an, werde sich aber nicht zur Erreichung politischer Ziele einfach nur auf Atatürk berufen. In seiner Bewegung seien Frauen mit oder ohne Kopftuch willkommen. Die TDH respektiere die Religion, wolle sie aber von der Politik fernhalten.












