Veröffentlichung von Haider-Akten: Haubner will klagen
Nachdem "News" jetzt Details aus dem Obduktionsbericht von Jörg Haider veröffentlicht hat, kündigt Haiders Schwester Ursula Haubner nun eine Klage an. Das Recht auf Intimsphäre müsse gewahrt werden.

Foto © APA/ ArchivbildDas Unfallwrack, in dem Jörg Haider starb
Knapp ein Jahr nach dem Unfalltod des Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B) hat "News" in seiner jüngsten Ausgabe zahlreiche Details aus dem Obduktionsbericht veröffentlicht. Ursula Haubner, BZÖ-Abgeordnete und Schwester Haiders, fand das am Mittwoch bei einer Pressekonferenz "unglaublich" und kündigte Klagen an. "News" veröffentlicht unter anderem die Detailergebnisse der Blutuntersuchungen, die beim BZÖ-Gründer einen Alkoholisierungsgrad von 1,8 Promille ergeben haben.
Recht auf Intimspäre
Sie werde als Politikerin und als Schwester Jörg Haiders das, "was hier von einer Zeitung gemacht wurde, nicht länger hinnehmen", sagte Haubner. Nicht einmal die Familie des Verstorbenen habe die "geheimen Akten" in vollem Umfang erhalten, sie werde daher gegen die Veröffentlichung nun rechtliche Schritte einleiten lassen. Die Angehörigen hätten ein Recht auf Wahrung der Intimsphäre. Haubner kündigte auch eine Klage gegen die Staatsanwaltschaft Klagenfurt an. Sie vermutet, dass das Gutachten von dort zu "News" gelangt ist.
Das Magazin zitiert aus dem Bericht etwa, dass die Blutuntersuchungen bei Haider auf "eine sich zumindest über Stunden erstreckende Alkoholisierung" schließen lassen würden. Auch die Tatsache, dass der Landeshauptmann sofort tot und "nicht mehr rettbar" gewesen wäre, wird vermeldet, ebenso dass keinerlei Hinweise auf irgendwelche Medikamente gefunden worden seien. Zitiert wird auch aus dem technischen Gutachten, wo es etwa heißt: "Am Fahrzeug konnten weder Manipulationen noch mit Sprengstoff oder Geschoßen zusammenhängende Spuren gefunden werden." Als Unfallursache hatte der Sachverständige "eindeutig" einen Fahrfehler festgestellt.
Das BZÖ glaubt indes auch an einen politischen Hintergrund für den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Sie sei deshalb erfolgt, weil man gute Chancen habe, bei der Wahl am kommenden Sonntag in Oberösterreich den Einzug in den Landtag zu schaffen.












