Lafontaine attackiert Merkel wegen DDR-Vergangenheit
Merkel sei früher eine "hervorgehobene FDJ-Funktionärin (Freie Deutsche Jugend) für Agitation und Propaganda" gewesen, so der Politiker.

Foto © APADeutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel
Der Vorsitzende der deutschen Linken, Oskar Lafontaine, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Vergangenheit in der DDR angegriffen. Dies tat er gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" (Samstagsausgabe). "Sie gehörte zur Kampfreserve der (DDR-Einheitspartei) SED." Merkel habe in der DDR "besondere Vorteile" genossen. Sie habe "auch im Ausland studieren" und in die Bundesrepublik reisen können.
Er kritisiere, dass "die CDU mit dem Finger auf andere zeigt", sagte Lafontaine. "Denn es zeigen viele Finger auf sie zurück." Die Debatte über die DDR-Vergangenheit verlaufe "heuchlerisch, weil sich CDU und FDP jeweils zwei SED-Blockparteien einverleibt" hätten und so täten, "als wäre das alles nicht gewesen".
Geschichte der ostdeutschen Parteien
Lafontaine spielte damit auf die Geschichte der ostdeutschen CDU bzw. der Liberaldemokratischen Partei Deutschlands (LDPD, später LDP) an, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 in ihren westdeutschen Schwesternparteien CDU und FDP aufgingen. In der DDR existierte nämlich ein Schein-Mehrparteiensystem mit insgesamt fünf Parteien, unter denen allerdings die "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands" (SED) eine vollkommen dominierende Stellung einnahm. Die Parteien standen nicht in Wahlkonkurrenz untereinander und waren im sogenannten "Demokratischen Block" zusammengeschlossen.
Lafontaines eigene Partei Die Linke entstand allerdings 2007 aus einem Zusammenschluss der Linkspartei-PDS und der WASG. Die PDS war wiederum unmittelbare Rechtsnachfolgerin der SED, aus der sie 1990 durch Umbenennung hervorging.












