Islamischer Selbstmordanschlag auf Friedenstruppen
Drei Tage nach der Liquidierung eines der meistgesuchten Al-Kaida-Verdächtigen Afrikas haben sich die Aufständischen mit Selbstmordanschlägen gerächt.

Foto © APDie Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Anschlag
Zwei Attentäter fuhren mit Wagen mit UNO-Logo in das Lager der Friedenstruppen der Afrikanischen Union am Rande des Flughafens von Mogadischu und sprengten sich in die Luft. Ein Fahrzeug sei mit Vollgas in ein Benzinlager gerast und habe die verheerende Explosion ausgelöst, sagte ein Flughafensprecher. Das andere Fahrzeug sei noch im Eingangsbereich explodiert. Der Anschlag forderte mindestens elf Tote.
Kommando-Aktion
Am Montag hatten US-Truppen in einer Kommando-Aktion den Kenianer Saleh Ali Saleh Nabhan getötet. Er befand sich in einem von Islamisten kontrollierten Dorf 250 Kilometer südlich der Hauptstadt. Er stand unter Verdacht, in einen Bombenanschlag auf ein israelisches Hotel in Kenia im Jahr 2002 verwickelt gewesen zu sein, bei dem zehn Kenianer und drei Israelis getötet worden waren. Nach seiner Liquidierung hatte die islamistische Al-Shabaab-Miliz Rache geschworen. Am Donnerstag sagte einer ihrer Sprecher: "Unsere 'heiligen Kämpfer' haben einen doppelten Selbstmordanschlag auf Lager der Friedenstruppen der Afrikanischen Union verübt."
Die Rebellengruppe, der Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt werden, hat einen Franzosen in ihrer Gewalt. Frankreich müsse seine Unterstützung für die Regierung in Somalia einstellen und die in dem Land stationierten Friedenstruppen der Afrikanischen Union zum Abzug zwingen, forderte Al-Shabaab am Donnerstag. Weiter solle Frankreich seine Schiffe aus somalischen Gewässern abziehen und alle gefangenen Jihadisten freilassen.
Der entführte Franzose, ein Sicherheitsberater, wurde Mitte Juli zusammen mit einem Kollegen aus einem Hotel in Mogadischu verschleppt. Die Entführer kündigten damals an, sie wollten den beiden wegen Spionage und Verschwörung gegen den Islam den Prozess machen. Die beiden sollten somalische Sicherheitskräfte ausbilden. Einem Franzosen gelang inzwischen die Flucht.













