Darabos fordert lückenlose Aufklärung
Am Mittwochabend war eine vom Truppenübungsplatz abgewichene Granate explodiert. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall wirft Fragen auf.

Foto © APAVerteidigungsminister Norbert Darabos
"Wir werden alles daran setzen, die Unfallursache lückenlos und rasch aufzuklären". Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hat sich in Allentsteig selbst ein Bild vom Ausmaß der Schäden gemacht, die eine mehr als drei Kilometer vom Ziel am Truppenübungsplatz abgewichene Granate am Mittwochabend angerichtet hat.
Darabos bedauerte den Vorfall, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, "zutiefst", weil das Bundesheer ja unter dem Motto "Schutz und Hilfe" für die Menschen da sein soll, in diesem Fall aber die Zivilbevölkerung betroffen wurde. "So etwas darf einfach nicht passieren." In Allentsteig lebe die Bevölkerung mit der Nähe zum Bundesheer, psychologisch schwierig sei wohl, dass durch den Zwischenfall jetzt Ängste entstehen können, die es vorher nicht gab.
Schäden werden zügig abgegolten
Bei strömendem Regen sprach der Minister mit den Betroffenen in der Wohnsiedlung. Die Schäden werden zügig abgegolten, so Darabos zur APA. Die Abfolge der Handlungen unmittelbar nach dem Zwischenfall habe rasch geklappt, erwähnte Darabos auch den Einsatz der Krisenintervention.
Das Scharfschießen fand im Rahmen der Übung der Militärakademie aus Wiener Neustadt - mit einer Übungsstärke von 600 Mann - statt. Sechs Geschütze, eine Batterie, des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4 aus der Liechtensteinkaserne in Allentsteig haben aus dem Feuerstellungsraum Wildings am Truppenübungsplatz Allentsteig sechs Schuss abgegeben. Ziel war der Raum Großpoppen, inmitten des Übungsplatzes. Dabei schlug eine Sprenggranate des Kalibers 15,5 cm in der Kalvarienbergsiedlung am Ortsrand der Stadt Allentsteig aufgeschlagen. Die Abweichung zwischen dem geplanten und dem tatsächlichen Ziel beträgt nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund drei Kilometer.
Betont wurde, dass die mit einer Art "Blackbox" - ähnlich wie in Flugzeugen - ausgestatteten Geschütze von erfahrenen Kadersoldaten bedient wurden. Zu der bereits gestern zur Ursachenermittlung eingesetzten Untersuchungskommission, die am Donnerstag in den Morgenstunden erneut zusammentrat, wurde ein Munitionstechniker hinzugezogen.














