NÖ: 166 Junglehrer erschienen nicht zum Unterricht
Als Hauptgrund wurden lange Anfahrtswege genannt. Lehrer können sich bei ihrer Bewerbung die Bildungsregion jedoch selbst aussuchen.

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"Ich bin nicht verärgert, eher enttäuscht", meinte Landesschulratspräsident Hermann Helm zur Absage von 166 Junglehrern kurz vor Schulbeginn in Niederösterreich. Konsequenzen werde es keine geben, Helm möchte aber in allen fünf Bildungsregionen Gruppengespräche mit den betroffenen Lehrern führen. Empört über das Verhalten der Lehrer zeigte sich hingegen FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz.
Im Juni wurden rund 350 Personen über eine Anstellung vom Landesschulrat informiert. Rechtzeitig, "damit sich alles ausgeht", sollten manche einen Job und dadurch eine Kündigungsfrist zu beachten haben. Am 14. Juli wurden dann jene verständigt, die vorerst keinen Posten erhielten - rund 500 Personen, wie Helm im APA-Gespräch erläuterte.
Weg zu weit
Von den rund 350 Junglehrern hätten aber ab Anfang August über 85 Personen abgesagt. "Wir haben dann bei den Lehrern angerufen, denen wir vorerst abgesagt haben. Bei rund 50 Prozent hieß es dann, dass ihnen der Weg zu weit wäre, obwohl sie bei ihrem Ansuchen die Bildungsregion angegeben haben", so Helm. Zudem ist es für den Landesschulratspräsident unverständlich, dass manche ihr Ansuchen aufrechterhalten haben, "obwohl sie teilweise schon andere Ansellungen hatten oder schwanger wurden."
Nicht richtig nachvollziehbar ist das Verhalten für Helm auch deshalb, weil man in Niederösterreich eine von fünf Bildungsregionen angeben kann, die sich nochmals in vier bis fünf Bezirke einteilen: "Man kann um eine Wunschregion ansuchen."
Aufgrund der zweifachen Absagen - zuerst von den Lehrern, die eine Zusage hatten, und dann jenen, die auf der Wartelisten standen - wurden dann Lehrer angerufen, die eine andere Wunschregion angegeben hatten, und "die haben dann zugesagt". "Da fahren manche vom Most- ins Weinviertel." Insgesamt wurden 401 Lehrer angestellt.
Konsequenzen wird es keine geben. "Ich werde die betreffenden Personen gruppenweise einladen und ihnen die Personalsituation in Niederösterreich erklären. Es gibt rund 1.100 Pflichtschulen mit etwa 6.000 Klassen. Wir bieten ein flächendeckendes Angebot. Und da fährt der Lehrer zum Schüler und nicht umgekehrt." Helm werde dann um "eine klare Antwort bitten", ob die Lehrer das Ansuchen aufrechterhalten oder nicht. Denn: Rund 30 bis 40 Personen werden dieses Jahr in Ruhestand gehen, "vielleicht sogar 60".
Anders sieht dies der FPÖ-Bildungssprecher. Rosenkranz forderte Konsequenzen wie zumindest eine Rückreihung der betroffenen Lehrer. "Junglehrer, die in anderen Bundesländern auf der Warteliste stehen, würden sich vielleicht über ein Angebot freuen." Möglich wäre dies aber nur bei einem derzeit diskutierten einheitlichen Bundesdienstrecht für alle Lehrer. Die Konkurrenz zwischen den einzelnen Landesschulräten sei mit Ursache für die "Doppelspiele" mancher Junglehrer. "Vielleicht überzeugt diese Arbeitsverweigerung bisherige Zweifler an einer zentralen Personalverwaltung im Rahmen einer Bundeskompetenz", so Rosenkranz.













