Laut U-Kommission 30 tote Zivilisten in Kunduz

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Bei dem umstrittenen Luftangriff von Kunduz im Auftrag der deutschen Bundeswehr sind nach Erkenntnissen der afghanischen Regierung 30 Zivilisten getötet worden. Das meldete die ARD am Sonntag. SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier dringt nun öffentlich auf einen möglichst raschen Abzug der Bundeswehr. Bereits 2013 sollen dafür die Grundlagen geschaffen sein, erklärte Steinmeier.
Bisher ist die offizielle Linie der deutschen Regierung, dass die Bundeswehr noch etwa fünf bis zehn Jahre in Afghanistan bleiben muss. Steinmeier will zwar weiter kein genaues Datum nennen. Doch sagte er der "Super-Illu", es gelte, "innerhalb der nächsten Legislaturperiode die Grundlagen für den Abzug zu schaffen". Die afghanische Regierung müsse stärker selbst Verantwortung übernehmen.
Dass die zuständige afghanische Regierungskommission von 30 zivilen Toten bei dem Bombardement zweier Tanklaster am 4. September ausgeht, meldete die ARD unter Berufung auf das Kommissionsmitglied Mohammadullah Baktash. Baktash gab aber laut ARD den Taliban die Verantwortung für die zivilen Opfer.
In Afghanistan wird unterdessen weiter heftig gekämpft. Bei einem Gefecht im Westen des Landes wurden nach afghanischen Angaben mehrere Dutzend Taliban-Kämpfer und drei amerikanische Soldaten getötet. Auch bei einer Offensive der afghanischen und internationalen Truppen in der Region Kunduz wurden nach Polizeiangaben elf Taliban-Kämpfer getötet. Anschlägen im Süden und Osten Afghanistans fielen mehr als 20 Zivilpersonen zum Opfer.
Bei der afghanischen Präsidentenwahl ist wegen zahlreicher ungeklärter Betrugsvorwürfe immer noch kein amtliches Ergebnis in Sicht. Die UNO-Mission in Kabul wies ausdrücklich darauf hin, dass Präsident Hamid Karzai noch nicht als Sieger feststehe.












