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    Zuletzt aktualisiert: 09.09.2009 um 14:53 UhrKommentare

    Österreich und Tschechien arbeiten Geschichte auf

    Foto © APA

    Die Außenminister Tschechiens und Österreichs, Kohout und Spindelegger, haben am Mittwoch im Grenzort Mikulov (Nikolsburg) ein Memorandum zur Einsetzung einer Historikerkommission "zum gemeinsamen kulturellen" Erbe unterzeichnet. Dabei soll es neben den "ruhmreichen" Kapiteln der gemeinsamen Geschichte auch um Themen gehen, bei denen es unterschiedliche Auffassungen gibt: z.B. die "Benes-Dekrete".

    "Wir haben als Nachbarländer viel gemeinsame Geschichte, eine gemeinsame Gegenwart und eine gemeinsame Zukunft in Europa, weil wir beide der Europäischen Union angehören", erklärte Spindelegger nach der Unterzeichnung auf Schloss Mikulov. "Wir haben bewusst einen größeren Rahmen gewählt und uns nicht nur auf ein Ereignis fokussiert", umriss Spindelegger die Aufgabe der "Ständigen Konferenz österreichischer und tschechischer Historiker".

    "Es gibt mehrere Ereignisse, in der Geschichte, die beleuchtet werden sollen", so Spindelegger. Dabei gehe es nicht nur um die Benes-Dekrete nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch um die Jahre 1968 ("Prager Frühling") und 1989 "Samtene Revolution", wo es "viele Sachen beidseits der Grenze" gegeben habe, "die aufgearbeitet gehören".

    Kohout stellte fest, dass mit der Unterschrift der Minister nur die "Rahmenbedingungen fixiert" worden seien, damit diese ihre Arbeit beginnen können. "Ich muss aber dazu sagen, dass die Agenda dieser Arbeit in keiner Weise vordefiniert wird. Weder in positiver noch negativer Weise." Prinzipiell lobten beide Außenminister die hervorragenden bilateralen Beziehungen.

    Die "Benes-Dekrete" sind in Tschechien und der Slowakei nach wie vor gültig und rechtfertigen unter anderem die Entrechtung, Enteignung und Vertreibung von Angehörigen der deutschen und ungarischen Bevölkerungsgruppe nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Gebieten dieser Länder.

    Quelle: APA

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