Soldaten stürmten unerlaubt afghanische Klinik
Ohne einen Grund zu nennen hätten die Soldaten vier Mitarbeiter und zwei Angehörige von Patienten gefesselt, erklärte das Schwedische Afghanistan Komitee (SCA).

Foto © APSchwere Vorwürfe gegen Soldaten
In Afghanistan sind ausländische Soldaten nach Angaben einer Hilfsorganisation in ein Krankenhaus eingedrungen und haben unter Missachtung internationaler Abkommen offenbar nach Aufständischen gesucht.
Patienten mussten gehen
Sämtliche Patienten, selbst die bettlägerigen, und das Personal seien gezwungen worden, die Zimmer zu verlassen. Bei dem Vorfall, der sich bereits am Mittwoch im SCA-Krankenhaus in Shanis in der südlich der Hauptstadt Kabul gelegenen Provinz Wardak ereignet habe, hätten die Soldaten sämtliche Zimmer und Toiletten durchsucht, und sich zu verschlossenen Räumen gewaltsam Zutritt verschafft.
Unter anderem sei die Tür zum Behandlungszimmer mit den Ultraschallgeräten aufgebrochen worden, berichtete die Organisation unter Berufung auf ihren Afghanistan-Verantwortlichen, Anders Fange. Das Verhalten sei nicht akzeptabel und bedeute nicht nur Hausfriedensbruch sondern auch einen klaren Verstoß gegen die Abkommen zwischen Hilfsorganisationen und der Internationalen Afghanistan-Truppe ISAF, hieß es.
Nach dem etwa zwei Stunden dauernden Vorfall hätten die Soldaten den Befehl ausgegeben, dass jeder Aufständische, der in der Klinik behandelt werde, den Koalitionstruppen gemeldet werden müsste. Ein ISAF-Sprecher kündigte an, die Vorwürfe würden untersucht. Das Schwedische Afghanistan Komitee ist seit 1980 in Afghanistan vertreten und betreibt in 16 Provinzen vor allem im Osten des Landes Schulen, Kliniken oder Einrichtungen für Behinderte.











