200.000 Stimmen bei Afghanistan-Wahl ungültig
Nach Auszählung von knapp 75 Prozent der Stimmen konnte Amtsinhaber Karzai seinen Vorsprung bei der Präsidentenwahl aber noch ausbauen.

Foto © APDie Parlamentswahl wird von Gewalt und Ungereimtheiten überschattet
Wegen "Unregelmäßigkeiten" sind die Stimmen aus 447 Wahllokalen in Afghanistan für ungültig erklärt worden. Dies teilte ein Sprecher der unabhängigen Wahlkommission am Sonntag in Kabul mit. Nach Auszählung von knapp 75 Prozent der Stimmen konnte Amtsinhaber Hamid Karzai seinen Vorsprung bei der Präsidentenwahl ausbauen.
Bei den annullierten Stimmen könne es sich um etwa 200.000 handeln, sagte der Sprecher der Wahlkommission. Der Urnengang vom 20. August wird von massiven Betrugsvorwürfen überschattet; mehr als 2.000 Beschwerden gingen ein.
Geringe Beteiligung
Aufgrund von Drohungen der radikal-islamistischen Taliban war die Beteiligung bei der Präsidentenwahl gering, offizielle Zahlen darüber liegen bisher nicht vor. Eine Sprecherin der Wahlkommission sagte am Samstag, sie wisse nicht, wann das vorläufige Endergebnis bekanntgegeben werde. Das endgültige Ergebnis sollte am 17. September veröffentlicht werden.
Nach den neuen Zwischenergebnissen kommt Karzai auf 48,6 Prozent. Sein schärfster Konkurrent, der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah folgt demnach mit 31,7 Prozent der Wählerstimmen auf Platz zwei. Sollte Karzai nach Auszählung der restlichen Stimmen nicht die absolute Mehrheit erreichen, wäre eine Stichwahl notwendig. Diese würde wahrscheinlich im Oktober stattfinden.
Von 4,3 Millionen bisher ausgezählten und gültigen Stimmen entfielen nach den neuen Ergebnissen 2,09 Millionen auf den Amtsinhaber, während Abdullah 1,36 Millionen Stimmen erhalten habe, sagte ein Vertreter der Wahlkommission. Auf dem dritten Platz liegt demnach Ramazan Bashardost, der gut 457.900 Stimmen bekam.












