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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 um 06:40 UhrKommentare

Debakel in zwei Ländern: Dämpfer für Merkel

Einen Monat vor dem Kampf um Berlin verliert die Union im Saarland und in Thüringen massiv. Für die Partei von Kanzlerin Merkel bedeutet das einen Rückschlag für die Bundestagswahl in vier Wochen.

Foto © Reuters

Bei den Landtagswahlen in drei deutschen Bundesländern haben die regierenden Christdemokraten in Thüringen und dem Saarland zweistellige Verluste erlitten. Der Verbleib ihrer Ministerpräsidenten im Amt ist laut Hochrechnungen zweifelhaft. In den beiden Bundesländern sind linke Regierungsbündnisse aus Sozialdemokraten, Linkspartei und Grünen möglich.

In Sachsen zeichnet sich für die vor fünf Jahren abgestürzte CDU ein ähnliches Ergebnis wie vor fünf Jahren ab, sie liegt bei 40,6 bis 40,9 Prozent und bleibt mit weitem Abstand stärkste Kraft. Die Linkspartei verliert leicht, bleibt aber mit 20,5 bis 20,9 Prozent klar auf Platz zwei. Die seit 2004 in Dresden mitregierende SPD kommt auf 9,9 bis 10 Prozent. Die rechtsextreme NPD fällt mit 5,2 bis 5,4 Prozent deutlich zurück, schaffte aber den Einzug in den Landtag. Die FDP verdoppelt ihr Ergebnis fast und liegt mit 10,4 bis 10,5 Prozent möglicherweise vor der SPD. Die Grünen schaffen mit 6,0 bis 6,1 Prozent erneut den Einzug in den Landtag.

In Thüringen muss die CDU nach den Hochrechnungen zum zweiten Mal in Folge bei Landtagswahlen ein dickes Minus verkraften und liegt bei 31,3 bis 31,7 Prozent. Die Linkspartei bleibt mit 26,9 bis 27,5 Prozent zweitstärkste Kraft. Die SPD kommt mit einem Plus von etwa 5 Punkten auf 18,5 bis 18,8 Prozent. Die FDP kann ihr Ergebnis mehr als verdoppeln und schaffte mit 7,4 bis 8,4 Prozent den Einzug in den Landtag. Die Grünen lagen bei 5,7 bis 5,9 Prozent und konnten ebenfalls ins Parlament einziehen.

Im Saarland muss die CDU nach Hochrechnungen mit einem zweistelligen Minus und 33,9 bis 34,9 Prozent den bisher größten Einbruch in dem kleinsten Flächenland verkraften. Die SPD rutscht mit 25,1 bis 25,8 Prozent erstmals seit rund 50 Jahren unter die 30-Prozent-Marke. Die Linke mit dem saarländischen Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine schafft mit einem zweistelligen Ergebnis und 19,7 bis 21,4 Prozent (2004: 2,3) triumphal den Einzug in den Landtag. Die FDP bleibt trotz starker Gewinne und 8,7 bis 9,3 Prozent knapp unter einem zweistelligen Ergebnis. Die FDP kann aber erstmals seit fast 20 Jahren die Grünen überflügeln, die mit 5,7 bis 5,9 Prozent um den Einzug ins Parlament bangen müssen.

Die Spitzengremien der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien kommen am Montag in Berlin zusammen, um die Ergebnisse der Landtags- und Kommunalwahlen zu analysieren und deren Auswirkungen auf die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes zu beraten.


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