Netanyahu: Wohl keine rasche Shalit-Freilassung
Israels Regierungschef Netanyahu hat Hoffnungen auf eine baldige Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Shalit einen Dämpfer erteilt. Im Fall Shalit sei ein Durchbruch "weder heute noch morgen" zu erwarten, sagte Netanyahu nach Regierungsangaben am Sonntag. Er reagierte damit auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" über Vorschläge des deutschen Bundesnachrichtendiensts.
Die jüngsten Medienberichte bezeichnete Netanyahu als "ungenau und in jedem Fall übertrieben". Seine Regierung setze sich aber nach wie vor dafür ein, den vor drei Jahren von der radikale Palästinenserorganisation Hamas entführten Soldaten gesund nach Hause zu holen.
Der Bericht in der neuen Ausgabe des "Spiegels" war von vielen israelischen Medien aufgegriffen worden. Demnach legte der deutsche BND als Vermittler einen konkreten Vorschlag für die Verhandlungen einer Freilassung Shalits vor. Israel soll demnach 450 Palästinenser auf freien Fuß setzen. Im Gegenzug würde die Hamas den entführten Soldaten freilassen. Shalit, der auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, solle dann nach Kairo gebracht werden. Anschließend solle die israelische Seite weitere Palästinenser aus ihren Gefängnissen entlassen.
Die Hamas und weitere Palästinensergruppen hatten Shalit im Juni 2006 in den Gazastreifen verschleppt. Die Hamas fordert im Austausch für seine Herausgabe die Freilassung von 450 palästinensischen Gefangenen. Israel lehnte dies bisher mit der Begründung ab, die meisten der Gefangenen seien in Anschläge verwickelt, bei denen Israelis getötet worden seien. Deutschland hat in ähnlichen Fällen bereits mehrfach vermittelt, vom BND oder der deutschen Bundesregierung wurden zur konkreten Entwicklung bisher keine Angaben gemacht.












