Afghanistans Präsident Karzai baut Vorsprung aus
Neun Tage nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan hat Amtsinhaber Karzai den Vorsprung vor seinem Herausforderer Abdullah weiter ausgebaut. Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) teilte am Samstag in Kabul nach Auszählung der Stimmen aus etwas mehr als einem Drittel der Wahllokale mit, Präsident Karzai komme nun auf 46,3 Prozent. Ex-Außenminister Abdullah folge mit 31,4 Prozent der Stimmen.
Damit liegt Karzai inzwischen knapp 15 Prozentpunkte vor seinem wichtigsten Herausforderer. Bisher wurden etwas mehr als zwei Millionen Stimmen ausgezählt. Bei der Verkündung der Teilergebnisse am vergangenen Mittwoch nach Auszählung von rund einem Sechstel der Wahllokale hatte Karzai noch um weniger als zehn Prozentpunkte geführt. Zu Beginn der Auszählung der Stimmen hatten erste Teilergebnisse sogar auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hingedeutet. Wegen der geringen Zahl der bisher ausgezählten Stimmen aus der Wahl vom 20 August sind die Angaben nach wie vor begrenzt aussagekräftig.
Sollte Karzai auch bei der weiteren Stimmenauszählung nicht auf eine absolute Mehrheit kommen, wäre im Oktober ein zweiter Wahlgang zwischen dem Amtsinhaber und dem Herausforderer notwendig. Ein vorläufiges Ergebnis soll nächste Woche vorliegen, ein amtliches Endergebnis Mitte September. Die Beschwerdekommission bearbeitet derzeit mehrere hundert Einwände gegen die zunehmend umstrittene Wahl und die Stimmenauszählung. An dritter Stelle liegt der frühere Planungsminister Ramasan Bashardost mit 13,6 Prozent. Die restlichen 27 Kandidaten spielen keine wichtigere Rolle mehr.












