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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2009 um 09:39 UhrKommentare

Obama würdigte Ted Kennedy

Bei der Trauerfeier des am Dienstag verstorbenen US-Senator Edward Kennedy sprach Präsident Obama über den "größten Parlamentarier unserer Zeit". Auch Ex-Präsidenten Bush, Clinton und Carter sowie Gouverneur Schwarzenegger anwesend.

Foto © AP

US-Präsident Barack Obama hat den verstorbenen Senator Edward Kennedy als "größten Parlamentarier unserer Zeit" und "Seele der Demokratischen Partei" gewürdigt. In einer emotionalen Rede auf der Trauerfeier für Kennedy erinnerte Obama am Samstag in Boston an Begegnungen mit dem Demokraten aus Massachusetts, der am Dienstag im Alter von 77 Jahren an einem Hirntumor gestorben war.

Für das Land möge Kennedy der Erbe eines schweren Vermächtnisses gewesen sein, sagte Obama. Für diejenigen, die ihn liebten, sei er einfach Vater, Bruder, Ehemann oder Onkel gewesen, die jungen Kennedys hätten ihn wegen seines breiten Lächelns "big cheese", den "großen Käse", genannt.

"Ted Kennedys Lebenswerk bestand nicht darin, sich für die Reichen oder Mächtigen oder diejenigen mit besonderen Beziehungen einzusetzen", erklärte Obama. "Es bestand darin, denjenigen eine Stimme zu geben, die nicht gehört wurden." Während man sich an die Leistungen Kennedys erinnere, werde vor allem sein großzügiges Herz vermisst.

Mit der kirchlichen Trauerfeier in Boston nahm Amerika am Samstag Abschied von Kennedy. Unter den fast 1.500 geladenen Gästen in der Mission Church waren auch die ehemaligen Präsidenten George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter. Unter der Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur befanden sich auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger und Hollywoodstar Jack Nicholson.

Opernstar Placido Domingo sang, vom dem berühmten Cellisten Yo-Yo Ma begleitet, "Panis Angelicus", komponiert von César Franck. Die Opernsängerin Susan Franck bot das "Ave Maria" von Franz Schubert dar. Den Trauergottesdienst zelebrierten sieben Priester.

Die Beisetzung Kennedys war für den Abend auf dem Nationalfriedhof von Arlington bei Washington geplant. Dort sollte der Senator neben seinen beiden ermordeten Brüdern, Expräsident John F. Kennedy und dem ehemaligen Justizminister Robert F. Kennedy, die letzte Ruhe finden.

Bereits in den vergangenen Tagen erwiesen tausende Trauernde in Boston Kennedy die letzte Ehre. Der mit einer US-Flagge bedeckte Sarg war seit Donnerstag in der John F. Kennedy Presidential Library öffentlich aufgebahrt. Am Freitagabend nahmen dort in einer privaten Trauerfeier Familienmitglieder und Freunde Abschied.

Kennedys Nichte Caroline, die Tochter von John F. Kennedy, würdigte den Einsatz des Verstorbenen. "Teddy ist nun Teil der Geschichte", sagte Caroline Kennedy Schlossberg, "und wir sind diejenigen, die all die Dinge tun müssen, die er getan hätte - für uns und für unser Land."

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten von 2004, John Kerry, versprach, die von Kennedy verfochtene Umgestaltung des Gesundheitswesens voranzutreiben. Dies solle "zu Ehren" von Edward Kennedy geschehen.

Kennedy starb am späten Dienstagabend in seinem Haus im US-Staat Massachusetts. Ärzte hatten im Mai 2008 einen bösartigen Gehirntumor bei ihm diagnostiziert, woraufhin er sich einer Operation und einer Mischung aus Strahlen- und Chemotherapie unterzog.

Kennedy wurde erstmals 1962 in den Senat gewählt, als sein Bruder noch Präsident war. Der oft nur "Ted" genannte Politiker verstand sich als Sprachrohr der Arbeiter, der Armen und Schwachen und äußerte sich vor allem zu Fragen der Gesundheitspolitik, zu Bürgerrechten und zur Friedenspolitik. In den vielen Jahrzehnten im Senat nahm er Einfluss auf fast jedes Gesetz zur Sozialgesetzgebung, das den Kongress passieren musste. Kennedy war auch einer der schärfsten Kritiker der Irak-Politik von George W. Bush.

Nur zwei Senatoren in der Geschichte der USA waren länger im Amt als Kennedy. Seine eigenen Hoffnungen, ins Weiße Haus zu kommen, musste Kennedy praktisch schon 1969 aufgeben. Er war damals als 37-Jähriger in einen Autounfall verwickelt, bei dem seine Beifahrerin ums Leben kam. Kennedy hatte den Unfall, der sich nach einer Party ereignete, erst zehn Stunden später der Polizei gemeldet. Er wurde wegen Fahrerflucht zu Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Seine Präsidentschaftsbewerbung 1980 scheiterte.


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