Konsensgruppe zu Ortstafeln setzt auf Dialog
In der neu aufgeflammten Debatte um die zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten hat die sogenannten Konsensgruppe am Montag vor einer drohenden Klimaverschlechterung zwischen den Volksgruppen gewarnt. Die Gruppierung rund um die ehemals erbitterten politischen Gegner - Josef Feldner vom Heimatdienst und Marjan Sturm vom Zentralverband der Kärntner Slowenen - setzt weiterhin auf Kompromiss.
Mit einem Buchprojekt soll der Dialog zwischen den Volksgruppen gefördert werden. In den vergangenen Jahren sei die eine oder anderer "historische Chance" vertan worden, bedauerte Feldner am Montag vor Journalisten. Er verwies auf das sogenannten "Schüssel-Haider-Papier" aus dem Jahr 2006 und den "Gusenbauer-Vorschlag" aus dem Jahr 2007, wonach insgesamt 141 beziehungsweise 163 zweisprachige Tafeln aufgestellt hätten werden sollen. Die Schuld, dass keiner der Vorschläge umgesetzt worden sei, trage die Politik, meinte Feldner. "Dabei wäre ein Kompromiss aus den beiden Modellen bei einigem guten Willen ein Leichtes", sagte der Heimatdienst-Obmann.
Feldner sprach sich gegen die "Maximalforderung" des Rates der Kärntner Slowenen ebenso aus, wie gegen die "Nullpositionierung" von Kärntens Landeshauptmanns Dörfler (BZÖ). Diese Extrempositionen würden lediglich in einem "lächerlichen Volksgruppenstreit" münden und erinnerten an den "Streit um des Kaisers Bart". "Wir werden unseren Weg des Konsens unbeirrt fortsetzen", kündigte Feldner an.
Die Konsensgruppe arbeitet derzeit an einem Buch, in dem rund 25 Personen aus Kärnten und auch Slowenien ihre unterschiedlichen Familiengeschichte darstellen werden. "Diese Lebensgeschichten von Menschen sollen nebeneinandergestellt werden und so die Grundlage für offene Diskussionen bieten", sagte Sturm.













