USA: Untersuchung von Megrahi-Amnestie gefordert
Nach der Freilassung des Lockerbie-Attentäters Megrahi haben US-Senatoren eine Untersuchung der Hintergründe gefordert. Äußerungen von Libyens Machthaber Gaddafi, seinem Sohn Saif und dem Leiter des britisch-libyschen Wirtschaftsrats, wonach die Freilassung Megrahis in Zusammenhang mit britischen Erdölinteressen in Libyen stünden, seien "schockierend", sagte US-Senator Joe Lieberman am Sonntag.
"Wir müssen wissen, was es mit diesem Öl-Deal auf sich hat", sagte auch der demokratische Senator Ben Cardin. Megrahi ist der einzige, der wegen des Anschlags auf ein US-Flugzeug über dem schottischen Lockerbie verurteilt wurde. Er war am Donnerstag aus schottischer Haft entlassen worden und noch am selben Tag nach Libyen geflogen. Bei seiner Ankunft in Tripolis winkten hunderte Menschen mit libyschen und schottischen Fahnen. Der begeisterte Empfang hatte vor allem in den USA für Empörung gesorgt.
Megrahi will einem Pressebericht zufolge eine Autobiografie schreiben, um seine Unschuld zu untermauern. Megrahi arbeite an einem Buch, in dem er sein Leben hinter Gittern beschreiben und all sein Wissen über das Attentat von 1988 mit 270 Toten enthüllen wolle, berichtete die britische Zeitung "Times" am Montag. "Er wird ein Buch schreiben, um seine Unschuld zu verkünden", sagte der libysche Gesandte in Schottland, Abdurrhman Swessi. Der Zeitung zufolge sammelten Megrahis Anwälte Informationen für ein Berufungsverfahren in Schottland, bevor ihm vergangene Woche wegen seiner Krebserkrankung im Endstadium aus humanitären Gründen Haftverschonung gewährt wurde.












