Erstes ranghohes koreanisches Treffen seit 2007
Wie die Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag berichtete, sprach sich die nordkoreanische Delegation zudem für die sofortige Verbesserung der angespannten Beziehungen beider Ländern aus.

Foto © APA
Beim ersten Treffen ranghoher Vertreter seit fast zwei Jahren hat Nordkorea um ein Gespräch mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak gebeten. Nach dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 haben der Norden und der Süden nie einen Friedensvertrag geschlossen.
Der südkoreanische Vereinigungsminister Hyun In-taek kam in einem Hotel in Seoul mit Kim Yang-gon, dem Leiter der nordkoreanischen Delegation zusammen, die am Freitag an der Trauerfeier für Südkoreas verstorbenen Ex-Präsidenten Kim Dae-jung teilgenommen hatte. Bei seinen jüngsten Begegnungen mit Südkoreanern sei er zu den Ansicht gelangt, dass die Beziehungen beider Koreas "so bald wie möglich" verbessert werden müssten, sagte Kim Yang-gon laut Medienberichten. Das erste hochrangige Treffen unter der Regierung von Südkoreas Präsident Lee biete nun eine Chance für "offene" Gespräche.
Botschaft von Kim Jong-il
Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bat die nordkoreanische Delegation auch um ein Treffen mit Lee, um ihm eine Botschaft ihres Machthabers Kim Jong-il zu übergeben. Einem Regierungsvertreter aus Seoul zufolge übermittelte der südkoreanische Vereinigungsminister Hyun dem Präsidentenbüro die Bitte. Laut Berichten wolle die Delegation aus Pjöngjang ihren Besuch bis Sonntag verlängern. Sie hatte am Freitag einen Altar für den am Dienstag verstorbenen Kim besucht, der sich um die Entspannung zwischen beiden Ländern verdient gemacht und dafür den Friedensnobelpreis erhalten hatte.
Der frühere südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong-young forderte seine Regierung auf, in Gedenken an den verstorbenen Präsidenten das Verhältnis zu verbessern. Auch nach seinem Tod baue Ex-Staatschef Kim noch eine Brücke zwischen dem Nord- und Südteil der koreanischen Halbinsel. "Ich hoffe, das die südkoreanischen Regierung diese Gelegenheit ergreift." Der nordkoreanische Sondergesandte Kim Ki-nam habe ihm gegenüber bei einem Frühstück das Interesse an verbesserten Beziehungen bekräftigt. "Die Zeiten haben sich geändert. Die Altlasten des Kalten Kriegs müssen beerdigt werden", habe er Chung gesagt.
Das Treffen zwischen den ranghohen Vertretern beider Länder nährte die Hoffnungen auf eine Annäherung von Nord- und Südkorea, nachdem sich die Spannungen in den vergangenen Monaten nach einem zweiten nordkoreanischen Atombombentest zunächst wieder verstärkt hatten. Zuletzt gab es einige Zeichen der Entspannung: So kündigte Pjöngjang kürzlich an, wieder mehr Familientreffen und Touristenbesuche aus dem Süden erlauben zu wollen.












