Südkoreaner trauern um Ex-Präsidenten Kim Dae-jung

Foto © APA
Die Erinnerung an den spektakulären Freitod des früheren Präsidenten Roh Moo-hyun sind nicht verblasst, da stürzt der Tod von dessen Amtsvorgänger Kim Dae-jung die Südkoreaner erneut in Trauer. An der Trauerfeier für Roh in Seoul vor knapp drei Monaten hatte Kim noch teilgenommen. Da war der 83-Jährige im Rollstuhl sitzend schon von Alter und Krankheit gezeichnet.
"Mir war, als ob die Hälfte meines Körpers zerfallen ist", wurde Kim von Helfern zitiert, als er vom Tod Rohs erfuhr. Am Dienstag starb Kim an Herzversagen.
Beide Politiker verband nicht nur Freundschaft, sondern auch die Ideale der Demokratie. Beide sahen außerdem den in Südkorea tief sitzenden politischen Regionalismus und die Korruption als Feinde der Demokratie.
Der jüngere Roh verfolgte konsequent die als "Aonnenscheinpolitik" bekannt gewordene Annäherung an das kommunistische Nordkorea, die er bis zuletzt gegen Kritiker verteidigte. Durch das Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-il im Juni 2000 gelang ihm der ein Durchbruch im Verhältnis zum ideologischen Erzfeind Nordkorea.
US-Präsident Obama würdigte Kim als "mutigen Vorkämpfer für die Demokratie und die Menschenrechte". Präsident Kim habe "sein Leben riskiert, um eine politische Bewegung zu gründen und zu führen, die eine entscheidende Rolle bei der Schaffung eines dynamischen demokratischen Systems auf der koreanischen Halbinsel gespielt hat", heißt es in einer Stellungnahme Obamas.
Auch seine einstigen politischen Gegner zollten Kim zuletzt Respekt. Südkoreas früherer Diktator Chun Doo-hwan, unter dessen Herrschaft Kim im Jahr 1980 zum Tod verurteilt wurde, äußerte seine Trauer: "Er hatte durch Jahrzehnte hindurch ein turbulentes politisches Leben geführt. Ich hoffe, er ruht jetzt im Himmel."












