Prozess gegen Baha'i im Iran - Anwalt inhaftiert
Ein geplanter Prozess gegen sieben Mitglieder der Religionsgemeinschaft der Bahai (Baha'i) erweckt Besorgnis. Es sei eine "Verhöhnung international anerkannter Rechtsstandards", dass der zu ihrer Verteidigung vorgesehene prominente Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani bereits selbst seit Juli im Gefängnis sitzt, betonte Ottilie Käfer von der Baha'i-Religionsgemeinschaft in Österreich.
Die österreichische Bahai-Gemeinde habe das Wiener Außenministerium über die Lage der Angeklagten informiert und um Hilfe ersucht, gab Käfer bekannt. Den fünf Männern und zwei Frauen wird "Spionage für Israel" und die "Entweihung von Heiligtümern" vorgeworfen. Den Angeklagten drohe die Todesstrafe, der Prozess sei aber bereits mehrmals verschoben worden.
Die Bahai-Religion wurde im 19. Jahrhundert von den Persern Sayyid Ali Muhammad (1819-1850), genannt Bab ("das Tor"), und seinem Nachfolger Husayin Al Nuri, genannt Bahaullah (1817-1892), gegründet. Ihr geistiges Zentrum befindet sich heute in der israelischen Stadt Haifa. Die monotheistische Religion, der im Iran nach eigenen Angaben 300.000 Mitglieder angehören, ist in dem Land nicht anerkannt und wird von orthodoxen Muslimen als "Abfall vom Islam" angesehen. Hauptstreitpunkt ist das Konzept der "fortschreitenden Offenbarung" in der Bahai-Religion, die den islamischen Propheten Mohammed nicht als letzten und definitiven Propheten anerkennt und von einer "mystischen Einheit" der Religionen ausgeht.












