Nordkorea droht USA und Südkorea mit Atomschlag
Als Reaktion auf ein gemeinsames Manöver der USA und Südkoreas hat Nordkorea mit einem nuklearen Vergeltungsschlag gedroht: "Aggressoren werden gnadenlos ausradiert".

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Als Reaktion auf ein gemeinsames Manöver der USA und Südkoreas hat Nordkorea mit einem nuklearen Vergeltungsschlag gedroht. Sollten die beiden Länder die Koreanische Demokratische Volksrepublik mit Atomwaffen bedrohen, würden sie mit Atomwaffen vernichtet, hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA in Pjöngjang am Sonntag unter Berufung auf einen Militärvertreter verbreiteten Meldung. Die USA und die südkoreanische Regierung von Präsident Lee Myung-bak sollten erkennen, dass die nordkoreanische Armee fest entschlossen sei, "Aggressoren gnadenlos auszuradieren".
Südkorea und die USA beginnen am (morgigen) Montag ein Manöver mit Computer-Simulationen und Kommunikationsübungen. Pjöngjang bezeichnete die Übung als "Manöver für einen Atomkrieg" gegen Nordkorea. An der jährlich abgehaltenen Militärübung Ulchi Freedom Guardian, die bis 27. August laufen soll, sind 10.000 US-Soldaten und eine unbekannte Zahl südkoreanischer Soldaten beteiligt. Beide Länder betonten, die Manöver dienten nur zur Verteidigung. Nordkorea hatte die alljährlichen Übungen in der Vergangenheit stets als Bedrohung verurteilt. Das in Südkorea stationierte UNO-Kommando hatte die nordkoreanische Volksarmee über die Übungen wie üblich vorher informiert.
Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag auf der geteilten nordostasiatischen Halbinsel. Der Koreakrieg dauerte von 1950 bis 1953. Im Juni 1950 hatten nordkoreanische Truppen die nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegte Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrades überschritten. Der Weltsicherheitsrat beschloss damals auf Initiative der USA, Südkorea mit UNO-Truppen zu Hilfe zu kommen. Die Sowjetunion boykottierte die Sitzung; somit war kein Vertreter Moskaus zugegen, um ein Veto einzulegen. Die USA stellten das weitaus größte Truppenkontingent der UNO-Streitmacht. China unterstützte Nordkorea mit einer großen "Freiwilligen"-Armee. Der verheerende Krieg wurde durch einen bis heute gültigen Waffenstillstand beendet; dieser wurde von einem US-General im Namen der Vereinten Nationen unterzeichnet.
Am Samstag hatte südkoreanische Präsident Lee die Führung Nordkoreas zur Abrüstung aufgerufen und erklärt, Südkorea sei zu Gesprächen und zu einer Kooperation mit dem Norden "über jedes Thema, zu jeder Zeit und auf jedem Niveau" bereit. Nach viereinhalb Monaten Haft in Nordkorea war ein Südkoreaner am Donnerstag freigelassen worden. Der Ingenieur Yu Seong-jin, der in dem von Nordkorea und Südkorea gemeinsam betriebenen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong arbeitete, war Mitte März festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, das kommunistische System des Landes kritisiert zu haben. Ein Sprecher des südkoreanischen Vereinigungsministeriums erklärte in Seoul, der 44-jährige Hyundai-Mitarbeiter sei an seine Firma übergeben worden. Die Chefin des Mutterkonzerns Hyundai, Hyun Jung-eun, war nach Pjöngjang gereist, wo sie auch über die Freilassung des Ingenieurs verhandelt hatte.
Zwanzig syrische Zivilisten sollen Ende Mai bei einem missglückten Raketentest getötet worden sein. 60 weitere seien verletzt worden, als eine gemeinsam von Syrien, Nordkorea und dem Iran entwickelte Scud-Rakete von ihrem Kurs abgekommen sei, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo nach Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz". Unter Berufung auf westliche Diplomaten hieß es, durch eine technische Fehlfunktion sei eine der beiden abgefeuerten Raketen in einem Markt einer Stadt nahe der syrisch-türkischen Grenze eingeschlagen.
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Test Anfang April
Durch den Start einer Rakete mit größerer Reichweite in Nordkorea Anfang April hatten sich die Spannungen in der Region verschärft. Pjöngjang wies daraufhin alle Atominspektoren der Vereinten Nationen aus und zog sich aus den Sechs-Länder-Gesprächen mit den USA, Südkorea, China, Russland und Japan über atomare Abrüstung zurück.












