Türkei einigt sich mit Russland auf Gas-Transit

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Russland und die Türkei haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf den Bau einer russischen Gaspipeline durch das Schwarze Meer geeinigt und damit Alternativplänen der EU in Form des Nabucco-Projekts einen herben Dämpfer verpasst. Die Türkei stimmte am Donnerstag der Nutzung ihrer Hoheitsgewässer für die geplante South-Stream-Leitung von Russland nach Bulgarien zu.
Ein entsprechendes Abkommen wurde von den Regierungschefs Erdogan und Putin unterzeichnet. Erst vor kurzem hatte die EU in Ankara ihr ehrgeiziges Nabucco-Projekt, an dem die OMV federführend beteiligt ist, vereinbart. Damit will sie unabhängiger von russischem Gas werden.
"Man sollte Nabucco und South Stream nicht als Konkurrenten betrachten, sondern als Vielfalt", sagte Erdogan sagte bei einer Pressekonferenz. "Nabucco wird in der Zukunft den Bedarf Europas nicht decken können."
Da der italienische ENI-Konzern an den South-Stream-Plänen beteiligt ist, reiste extra Regierungschef Berlusconi zu Gesprächen mit Erdogan und Putin nach Ankara. Russland will durch die Pipeline, deren Bau im kommenden Jahr beginnen soll, unter Umgehung des wichtigen, aber umstrittenen Transitlandes Ukraine Gas nach Mitteleuropa pumpen.
Nach dem Gas-Streit zwischen Moskau und Kiew hatte die EU verstärkt ihr Nabucco-Projekt vorangetrieben, das Gas von der Türkei nach Westeuropa liefern soll und in direkter Konkurrenz zur South-Stream-Pipeline steht. Allerdings warnten Kritiker des Projekts stets davor, dass für die Leitung nicht genügend Gas zur Verfügung stehen könnte.
Insgesamt wurden am Donnerstag 20 Abkommen von russischer und türkischer Seite unterzeichnet. Bei den Konsultationen ging es auch um das geplante erste türkische Atomkraftwerk (AKW).












