Parlamentarierinnen fordern Bericht von Berlusconi
Eine Gruppe von Parlamentarierinnen der italienischen Opposition verlangt, dass Premierminister Berlusconi vor dem Parlament über die Skandale in seinem Privatleben berichtet, die seit Monaten täglich für Schlagzeilen sorgen. Das Verhalten des Premierministers sei verfassungswidrig, kritisierten die Parlamentarierinnen, darunter mehrere Ex-Ministerinnen.
Die italienische Verfassung sehe vor, dass Bürger, die öffentliche Ämter bekleiden, ihre Funktion mit Ehrgefühl und Disziplin erfüllen. Berlusconi habe dagegen jungen Frauen Kandidaturen und politische Ämter versprochen. Als Regierungschef habe Berlusconi die Pflicht, gegenüber der Öffentlichkeit über die Skandale Rechenschaft abzulegen.
"Die italienischen Frauen dürfen nicht resignieren und meinen, sie könnten nur Karriere machen, wenn sie zwei oder drei Male mit einem Mächtigen ausgehen", hieß es in einem Schreiben der Parlamentarierinnen. "Italien erlebt eine ethische Notstandslage. Die italienischen Frauen wollen handeln. Unsere Initiative ist ein Akt des Mutes und des Bewusstseins", kommentierte die ehemalige italienische Gesundheitsministerin Livia Turco.
Bisher hat sich Berlusconi hartnäckig geweigert, vor dem Parlament über die Skandale rund um sein Privatleben zu berichten, die international für Eklat gesorgt haben. Der Premierminister hat sich immer wieder zum Opfer eines Komplotts linksorientierter Medien stilisiert, mit dem man seine Regierung stürzen wolle.












