LH Platter lehnt Südtirol-Volksabstimmung ab
Der Tiroler LH Günther Platter und Südtirols LH Luis Durnwalder haben dem Vorschlag von Martin Graf zurückgewiesen. Dieser fordert eine Abstimmung über eine Rückkehr Südtirols zu Österreich.

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Graf solle sich eher "seiner Verantwortung als Dritter Nationalratspräsident" bewusst sein und sich "mit solchen unüberlegten und unrealistischen Aussagen zurückhalten", betonte Platter am Sonntag.
Die Grenzen seien schon lange gefallen, sagte Platter: "Wir leben heute im Herzen eines gemeinsamen Europa." Die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südtirol sei "so gut wie noch nie". Zudem habe man gerade im Gedenkjahr 2009 Initiativen gestartet, um die "Achse Innsbruck-Bozen" weiter zu stärken. "Wir richten im Gedenkjahr den Blick nach vorne, anstatt über neue Grenzziehungen zu diskutieren", argumentierte er.
Durnwalder: "Unrealistisch"
Zuvor hatte der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder den Vorschlag bereits als "unrealistisch und unverantwortlich" zurückgewiesen. Zudem würde eine derartige Abstimmung derzeit keine Mehrheit unter der Bevölkerung Südtirols finden.
Graf hatte in einem Interview mit der "Presse am Sonntag" gesagt, dass Südtirol "derzeit italienisches Territorium" sei und den Südtirolern das Selbstbestimmungsrecht zugebilligt werden müsse, das ihnen nach dem Ersten Weltkrieg vorenthalten worden sei. Bei einer Volksabstimmung solle gefragt werden, "ob es ein Tirol geben kann".
Angesichts der schwindenden Bedeutung von Staatsgrenzen im zusammenwachsenden Europa sei es heute auch nicht mehr so schwierig, "eine Selbstbestimmungsfrage zuzulassen", argumentierte Graf mit der gemeinsamen EU-Mitgliedschaft Österreichs und Italiens. Wo die Volksabstimmung stattfinden sollte - nur in Südtirol oder etwa auch in Tirol - sagte Graf nicht explizit.












