Zelaya wieder in Honduras
Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat am Freitag aus Nicaragua kommend die honduranische Grenze überschritten. Die Putschregierung wirft ihm Hochverrat und Machtmissbrauch vor.

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Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat am Freitag symbolisch einen Fuß auf den Boden seines Heimatlandes gesetzt. In Begleitung internationaler Reporter und Kamerateams übertrat Zelaya in der nicaraguanischen Kleinstadt Las Manos die Grenze, kehrte aber umgehend auf die nicaraguanische Seite zurück, um einer drohenden Verhaftung aus dem Weg zu gehen. Von dem Grenzort aus rief Zelaya seine Familie an und sagte Augenzeugen zufolge: "Ich bin auf der honduranischen Seite."
US-Außenministerin Hillary Clinton kritisierte Zelayas Versuch, die Grenze zu überqueren, als "rücksichtslos". "Das trägt nicht dazu bei, die demokratische und verfassungsmäßige Ordnung in der honduranischen Krise wiederherzustellen", betonte die Chefdiplomatin. Sie forderte alle Seiten auf, Provokationen zu unterlassen und nach einer friedlichen Lösung des Konflikts zu suchen.
Auch der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) Jose Miguel Insulza, forderte Zelaya im Fernsehen auf, keine Konfrontation zu suchen, sondern an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zelaya hatte den Vermittlungsversuch des costaricanischen Präsidenten Oscar Arias für gescheitert erklärt und war Donnerstagnachmittag mit einer Wagenkolonne in Managua gestartet, um nach Honduras zurückzukehren.
Auf honduranischer Seite standen unweit der Grenze Soldaten und Polizisten in Kampfausrüstung. Am Himmel kreiste ein Hubschrauber. Zuvor hatten die Sicherheitskräfte Tränengas auf Dutzende Zelaya-Anhänger gefeuert, um sie daran zu hindern, sich der Grenze zu nähern. Als Zelaya im Grenzort ankam, zogen sich die honduranischen Soldaten einige Meter von der unmittelbaren Grenzlinie zurück. Zelaya sagte, er wolle mit dem Generalstab sprechen.
Zelaya wurde am 28. Juni von politischen Gegnern unter Mitwirkung der Streitkräfte gestürzt, nachdem er trotz einer gegenteiligen Entscheidung des Höchstgerichts eine Volksabstimmung über Verfassungsänderungen ansetzen wollte. Soldaten nahmen den Präsidenten fest und brachten ihn ins Ausland. Der erste Militärputsch in Mittelamerika seit dem Ende des Kalten Krieges war international verurteilt worden.
Zelaya hatte bereits am 5. Juli versucht, nach Honduras zurückzukehren, doch blockierten die Streitkräfte vor der Landung seines Flugzeugs die Landebahn auf dem Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa. Die honduranische Verfassung enthält eine Bestimmung, wonach der Staatspräsident ohne Erlaubnis des Parlaments nicht mehr als 14 Tage im Ausland verbringen darf.












