Sozialpartner mit Bildungsreform unzufrieden
Die Sozialpartner vermissen ein ganzheitliches Konzept bei der Bildungsreform. Derzeit werde sie von Regierung und Länder nur "stückchenweise angegangen", kritisierte Gewerkschaftsbund-Präsident Foglar. Für Wirtschaftskammer-Präsident Leitl fehlen u.a. wesentliche Punkte wie die Umsetzung eines nationalen Qualifikationsrahmens, verbesserte Berufsorientierung und Ausbau des lebenslangen Lernens.
Leitl nannte als Ziel der Sozialpartner, vor allem in Hinblick auf die Wirtschaftskrise künftig "das beste Bildungssystem Europas zu haben"; derzeit habe Österreich nur "das teuerste". Die Regierung müsse durch eine rasche Reform Ressourcen aus der Schulverwaltung holen und für Qualitätsverbesserung einsetzen. Wie die Verantwortlichkeiten in der Schulverwaltung danach aufgeteilt werden sollen, will Leitl erst klären, wenn es "ein klares System" gebe.
Dringlich sei auch die Aufhebung der Begrenzung der Neuen Mittelschule auf zehn Prozent der Schulen, die Umsetzung von Bildungsstandards und mehr Verantwortung für Direktoren. Aufgabe der Sozialpartner sei es nun, die Regierung, vor allem Bildungsministerin Schmied und Wissenschaftsminister Hahn, "zu begleiten und zu ermutigen, dass sie in der Bildungspolitik nicht länger zuwarten, sondern den großen Wurf angehen".
Foglar betonte die Rolle der Bildung als Schutz vor Arbeitslosigkeit, achtzig Prozent der 230.000 Arbeitslosen hätten maximal Pflichtschulabschluss oder Lehre. Arbeiterkammer-Präsident Tumpel forderte mehr Hilfestellung für Eltern durch einen Ausbau der ganztägigen Betreuung an Volksschulen. Derzeit gebe es dieses Angebot nur an 17 Prozent der Schulen, wodurch viele Frauen ihr Potenzial beruflich nicht nutzen könnten. Schmied begrüßte in einer Aussendung die Anregungen der Sozialpartner und sah in den zentralen Fragen Übereinstimmung.












