Journalistin wegen "Obszönität" zu Haft verurteilt
Eine sambische Journalistin ist wegen "Obszönität" zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte zwei Fotos einer in der Öffentlichkeit gebärenden Frau an Regierungsmitglieder geschickt. Die Verhaftung von Chansa Kabwela, Herausgeberin der Zeitung "The Post" sei "rein politisch" und Ergebnis der Politik von Präsident Rupiah Banda, das Blatt "einzuschüchtern".
Kabwela sei wegen "Verbreitung von obszönem Material" inhaftiert worden, mit dem Hinweis, es sei "illegal, Objekte, die die Moral verderben könnten" zu besitzen oder zu verteilen. Kabwela hatte nach eigenen Angaben die beiden Fotografien zusammen mit einem Brief an den sambischen Vizepräsidenten und Gesundheitsminister sowie an andere Regierungsmitglieder und Vertreter der Zivilgesellschaft geschickt, um auf die Konsequenzen des andauernden Streiks im Gesundheitswesen hinzuweisen. Ihre Zeitung habe die Fotos einer in der Öffentlichkeit und ohne jegliche medizinische Versorgung gebärenden Frau allerdings nicht publiziert, hieß es.
Kabwela plädierte bereits am vergangenen Dienstag auf nicht schuldig. Sie wird laut Mujuda, der auch als einer der Verteidiger der Journalistin auftrat, Anfang August vor Gericht ihr Urteil anfechten. Das Internationale Presseinstitut zeigte sich "besorgt", die sambische Regierung könnte "an den Haaren herbeigezogene Urteile als Werkzeug benützen, um kritischen Journalismus einzuschüchtern und zu schikanieren". Mujuda sagte, "The Post" werde weiterhin die "freie Stimme des Landes" bleiben.












