Mauretanien wählt neuen Präsidenten
In Mauretanien ist die Bevölkerung am Samstag dazu aufgerufen, einen neuen Staatspräsidenten zu wählen. In der Hauptstadt Nouakchott bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen. Zur Auswahl stehen neun Kandidaten. Als Favorit gilt der 53-jährige Ex-Juntachef General Mohamed Ould Abdel Aziz. Sicherheitskräfte berichteten in den Morgenstunden von einem Schusswechsel in Nouakchott.
Wichtigste Konkurrenten von Abdel Aziz, der im August 2008 den demokratisch gewählten Präsidenten Abdallahi gestürzt hatte, sind die Oppositionsführer Ahmed Ould Daddah und Messaoud Ould Boulkheir, die nach dem Putsch die "Front zur Verteidigung der Demokratie" angeführt hatten. Wahlberechtigt sind mehr als 1,2 Millionen Bürger.
Voraussichtlich wird keiner der Kandidaten im ersten Durchgang die benötigte absolute Mehrheit erhalten, eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten dürfte am 1. August erfolgen. Der Urnengang wird von mehr als 250 internationalen Wahlbeobachtern kontrolliert.
Kurz vor Öffnung der Wahllokale kam ist es unterdessen in Nouakchott zu einem Schusswechsel zwischen der Polizei und mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen. Einer von diesen wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte verletzt. Er soll gedroht haben, einen Sprengstoffgürtel zur Detonation zu bringen. Zwei der Männer wurden festgenommen.
Der Wüstenstaat wurde 1960 von Frankreich in die Unabhängigkeit entlassen. 1978 wurde der erste Präsident, Moktar Ould Daddah, von Offizieren gestürzt. 1984 kam es zum Putsch gegen Staatschef Mohamed Khouna Ould Haidalla, und 2005 wurde der autoritär regierende Staatschef Maaouya Ould Sid'Ahmed Taya, der einen pro-westlichen Kurs steuerte, während eines Auslandsaufenthalts entmachtet. Von den über drei Millionen Einwohnern Mauretaniens sind 99 Prozent Muslime, Arabisch ist Amtssprache.












