Honduras: Zelaya verlangt seine Wiedereinsetzung
Im Kampf um die Macht in Honduras hat der vom Militär gestürzte Staatschef Zelaya seinen Gegenspieler, den als Interims-Präsidenten eingesetzten Micheletti, als "kriminellen Putschisten" beschimpft. Einen Tag vor Beginn der Vermittlungsgespräche sagte Zelaya in Costa Rica: er erwarte, dass die Führer des Putsches binnen der nächsten 24 Stunden die Macht abgeben und seine Wiedereinsetzung erlauben.
Zelaya, dessen Entmachtung von der internationalen Staatengemeinschaft verurteilt wird, bekräftigte, dass er nicht nach San Jose zu Verhandlungen über seine Wiedereinsetzung in das honduranische Präsidentenamt gekommen sei. "Es wäre für alle Demokratien in Amerika eine große Verrücktheit, nicht für die Wiederherstellung eines gewählten Präsidenten einzutreten", sagte er.
An diesem Donnerstag beginnen auf Vorschlag der US-Regierung, die sich hinter Zelaya gestellt hat, Vermittlungsgespräche zwischen den verfeindeten honduranischen Lagern. Vermittler ist der Präsident Costa Ricas und Friedensnobelpreisträger Oscar Arias. Zelaya war am 28. Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Seitdem steht Micheletti, der ehemalige Parlamentschef, an der Spitze des mittelamerikanischen Landes. Seine Regierung wird bisher nicht anerkannt.
Zelaya war immer weiter nach links gerückt. Mit seiner Politik war er vor allem der reichen Oberschicht des mittelamerikanischen Landes ein Dorn im Auge. Auch Verfassungsgericht und Parlament in Honduras unterstützten Zelayas Amtsenthebung mit der Begründung, dieser hätte mit einem geplanten Referendum über eine derzeit von der Verfassung nicht zugelassene zweite Amtszeit des Präsidenten seine Kompetenzen überschritten. Ein Rückkehrversuch Zelayas nach Honduras scheiterte. Micheletti hat versichert, er wolle die für den 29. November geplante Präsidentenwahl organisieren und das Amt am 27. Jänner einem gewählten Nachfolger übergeben.












