Bombenanschlag vor philippinischer Kathedrale
Bei der Explosion einer Bombe vor einer Kathedrale auf den Philippinen sind am Sonntag fünf Menschen getötet worden. 35 Personen wurden laut einem Armeesprecher verletzt. Er machte eine Splittergruppe der "Islamischen Moro-Befreiungsfront" (MILF), die auf der Insel Mindanao für einen eigenständigen muslimischen Staat kämpft, für das Attentat in Cotabato City im Süden des Landes verantwortlich.
Der Sprengsatz sei ferngezündet worden, als ein Armeelastwagen an der Kirche vorbeigefahren sei. Zum Zeitpunkt der Explosion wurde in der Kathedrale eine Messe zelebriert. Ein hochrangiger Führer der MILF-Rebellen bestritt eine Beteiligung der Organisation an dem Anschlag.
Eine Splittergruppe der MILF kämpft seit August gegen die Armee, nachdem die Regierung der Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo unter dem Druck christlicher Kreise ihren Friedensplan für Mindanao aufgekündigt und eine bilaterale Befriedungskommission aufgelöst hatte. Ein von der Regierung annulliertes Abkommen sah die Schaffung einer autonomen muslimischen Provinz auf der Insel vor. Seit den 1950er-Jahren wurde die systematische Einwanderung christlicher Siedler auf der Insel durch die Zentralregierung in Manila gesteuert. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA hat die US-Regierung ihre Militärhilfe für die Philippinen stark ausgebaut.
Die Moros, eine Sammelbezeichnung für verschiedene ethnisch verwandte Sprach- und Volksgruppen, leben vor allem auf der Insel Mindanao und kämpfen seit Jahrzehnten für einen separaten Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. In dem Konflikt kamen seit den 1970er-Jahren rund 120.000 Menschen ums Leben. Im Vorjahr waren 350.000 Menschen vor Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen aus ihren Heimatorten geflohen.












