Burma: Prozess gegen Suu Kyi erneut verschoben
Der UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bemüht sich anlässlich einer Reise nach Burma um die Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin.

Foto © APBan Ki Moon ist derzeit in Burma.
Der weltweit missbilligte Prozess gegen die burmesische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist am Freitag erneut verschoben worden. Die Entscheidung fiel unmittelbar nach der Ankunft von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon in Rangun. Als Grund für die Vertagung des Verfahrens gaben die zuständigen Richter an, sie warteten noch auf Unterlagen des Obersten Gerichts, wie Suu Kyis Verteidiger mitteilten. Die Vorsitzende der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) wird in dem berüchtigten Insein-Gefängnis festgehalten. Ban Ki-moon hatte vor Antritt seiner Reise in das südostasiatische Land den Wunsch ausgedrückt, mit Suu Kyi sprechen zu können. Ob die herrschende Militärjunta eine solche Begegnung zulässt, ist noch unklar.
Politische Gefangene.
Ban Ki-moon wollte noch am Freitag in die offizielle Hauptstadt
Naypyidaw, 350 Kilometer nördlich von Rangun, fliegen, um Staatschef
General Than Shwe zu treffen. Er will sich für die Freilassung der
über 2000 politischen Gefangenen einsetzen und fordert einen Dialog
der Machthaber mit der unterdrückten Demokratiebewegung. Die NLD
hatte die Wahlen zu einer Verfassungsgebenden Nationalversammlung
1990 mit Vierfünftelmehrheit gewonnen, doch hatte das Militär die
Wahl annulliert und die Machtübergabe verweigert. Die neue Verfassung
Burmas, das nach dem Willen der Machthaber auch in Fremdsprachen
"Myanmar" genannt werden muss, zementiert die Vorrangstellung der
Armee.
Friedliche Massenproteste.
2007 hatten buddhistische Mönche friedliche Massenproteste
angeführt, die das Regime blutig niederschlagen ließ. Zeitweise
hatten in mehreren Städten täglich mehr als 150.000 Menschen gegen
die Diktatur demonstriert, der schwerste Menschenrechtsverstöße zur
Last gelegt werden, insbesondere Zwangsarbeit, Folter, brutale
Verfolgung von ethnischen Minderheiten und Missbrauch von
Kindersoldaten.
Schauprozess.
Die NLD-Vorsitzende muss sich derzeit wegen des rätselhaften
Besuchs eines US-Bürgers in ihrem Haus vor Gericht verantworten. Suu
Kyi hat mehr als 13 der vergangenen 19 Jahre in Haft bzw. unter
Hausarrest verbracht. Kritiker sprechen von einem Schauprozess, um
sie vor den geplanten Wahlen 2010 aus der Öffentlichkeit zu
verbannen. Die Teilnahme an Wahlen wäre ihr ohnehin durch eine
Bestimmung der neuen Verfassung verwehrt, weil sie die Witwe eines
Ausländers, des britischen Historikers und Tibetologen Michael Aris,
ist.












