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Zuletzt aktualisiert: 01.07.2009 um 14:46 UhrKommentare

Nazi-Bauwerk zu verschenken

Für das größte aller NS- Bauwerke in Österreich, die unterirdischen Stollen des ehemaligen KZ Gusen in Oberösterreich, wird ein neuer Eigentümer gesucht.

Der unterirdische Stollen des ehemaligen KZ Gusen in Oberösterreich

Foto © APADer unterirdische Stollen des ehemaligen KZ Gusen in Oberösterreich

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist bereit, die Anlage ohne Gegenleistung abzugeben. Das gab Pressesprecher Ernst Eichinger am Mittwoch vor Journalisten in St. Georgen (Bezirk Perg) bekannt. Um die Zukunft der Stollen ist ein Streit entbrannt.

Hintergrund. Hintergrund ist die Sicherung des einsturzgefährdeten Stollensystems, das bereits zwischen 2002 und 2005 teilweise verfüllt wurde. Im Mai dieses Jahres sind erneut die Betonmischer aufgefahren. Wenn diese letzte Baustufe abgeschlossen ist, sollen nur mehr zwei von sieben Kilometern übrig sein. Die BIG begründet diese Maßnahmen mit "Gefahr in Verzug". Der Linzer Sand im Untergrund habe den "Rieselfaktor von Kristallzucker", erklärte Projektleiter Karl Lehner.

Gedenkstätte. Bei vielen Bürgern und beim zuständigen Gedenkkomitee schrillten daraufhin die Alarmglocken: Man wünsche sich hier eine Gedenkstätte. "Auch wenn wir in Österreich wenig über die Geschehnisse in Gusen aufgeklärt sind, so ist das ein weltbekanntes Bauwerk", sagte Vorstand Rudolf Haunschmied. Im Ausland wisse man meist besser über die Ereignisse in der Anlage während der NS-Zeit Bescheid als bei uns. Beim Bau der bis zu 40 Meter tief unter der Erde liegenden Stollen seien mehr als 10.000 Menschen umgekommen. "Das ist vergleichbar mit den Pyramiden in Ägypten, jeder Meter ist ein Toter." Die BIG stelle sich nicht gegen eine Gedenkstätte, betonte Eichinger. Eine mögliche Errichtung liege allerdings in der Kompetenz des Innenministeriums.


KZ Gusen

Im KZ Gusen waren zeitweise mehr Menschen inhaftiert als im bekannteren Hauptlager Mauthausen. Mindestens 70.000 Menschen wurden zwischen 1939 und 1945 hierher gebracht, mindestens 35.800 von ihnen starben

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