Luftraumverletzung durch kroatische Kampfflugzeuge
Zwei kroatische Kampfflugzeuge, die angeblich eine ausländische Delegation begleitet hatten, sind am 19. Juni in den slowenischen Luftraum eingedrungen. Die kroatischen MiG-21 drangen laut Medieninformationen acht Kilometer in den slowenischen Luftraum ein und kehrten dann nach Kroatien zurück. Slowenien hat deswegen der kroatischen Botschaft in Ljubljana eine "scharfe Protestnote" gesendet.
Das Laibacher Außenamt protestierte wegen Verletzung des Luftraumes und verlangte von Kroatien eine Erklärung des Vorfalls, berichtete die Tageszeitung "Dnevnik. Auf eine Antwort aus Kroatien werde noch gewartet. Laut "Dnevnik" hatten die MiGs die Aufgabe, den chinesischen Präsidenten Hu Jintao zu begleiten, der aus der slowakischen Hauptstadt Bratislava nach Zagreb reiste.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des slowenischen Verteidigungsministeriums am 19. Juni um 15.14 Uhr. Die Kampfflugzeuge wurden von der slowenischen Flugsicherung erfasst. Nach einer Warnung identifizierten sie sich und verließen nach ungefähr einer Minute den slowenischen Luftraum wieder. Über den Zwischenfall wurde auch der zuständige NATO-Gefechtsstand des Combined Air Operations Center Five (CAOC 5) im norditalienischen Poggio Renatico benachrichtigt.
Weil sich die Flugzeuge gegenüber der slowenischen Flugsicherung identifizierten und unmittelbar danach den slowenischen Luftraum verließen, werde die Sache als ein Vorfall und nicht als Drohung oder Provokation des Nachbarlandes betrachtet, berichtete die Zeitung. Die slowenische Öffentlichkeit sei über den Vorfall nicht benachrichtigt worden, um die angespannte Atmosphäre angesichts der gescheiterten EU-Vermittlungsbemühungen im slowenisch-kroatischen Grenzstreit nicht zusätzlich zu belasten. Slowenien blockiert wegen des Streits die EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien.












