"Haben Interesse am Asylheim"
Die Bürgermeister von Eisenkappel und Neuhaus können sich das von Ministerin Fekter beworbene Erstaufnahmelager für Asylwerber in ihrer Gemeinde vorstellen.
Jede Gemeinde, die immer weniger Geld aus den Ertragsanteilen des Bundes kriegt und deren Bemühungen um Betriebsansiedelungen seit Jahren vergeblich waren, müsste doch froh sein, so etwas zu kriegen." So etwas, das ist für Franz Josef Smrtnik, den Bürgermeister (Einheitsliste) von Eisenkappel das Erstaufnahmelager für Asylwerber. Er ist mit seinem Interesse nicht alleine. Auch sein Amtskollege in Neuhaus, Gerhard Visotschnig (SPÖ), bekundete gestern am Rande der Versammlung des Gemeindebundes, im Gespräch mit der Kleinen Zeitung Interesse.
Interesse. "Ich bin nicht abgeneigt, man sollte sich einer solchen Einrichtung gegenüber nicht verschließen." Noch sind es Einzelmeinungen der Bürgermeister, ohne Gespräche in den Gemeinden. Auch bei Unternehmen, die gefährliche Produkte herstellen und sich ansiedeln wollen, überwiegen für eine Gemeinde die wirtschaftlichen Faktoren, betont Visotschnig. "Es ist ja nicht die Pest, die kommt, oder? - Kommen sollen 250 Asylwerber. Innenministerin Maria Fekter hat Gemeinden in der Steiermark und Kärnten aufgefordert, sich für ein Erstaufnahmezentrum zu melden. Sie wirbt damit, dass die Standortgemeinde 130 neue Arbeitsplätze mit einer Wertschöpfung von 5,4 Millionen Euro erhält. Aus dem Finanzausgleich würde es mehr Mittel geben, für die Schule und Polizeistation gibt es eine Standortgarantie.
Vor- und Nachteile. Smrtnik hat sofort, nachdem er im Radio von Fekters Angebot hörte, die Unterlagen im Ministerium angefordert. "Jetzt müssen wir uns alle Vor- und Nachteile anschauen und sehr sensibel mit der Thematik umgehen. Es geht auch um Humanität, um Menschen und nicht um Schwerverbrecher." Als Standort für das Flüchtlingsheim sieht er die gemeindeeigene acht Hektar große Fläche nahe des ehemaligen Obir-Geländes. 250 Ausländer in der Gemeinde wären für Smrtnik kein Problem.
Kritische Stimmen.
"Wir hatten 1991 zu Kriegszeiten in Jugoslawien über 100 Flüchtlinge hier. Einige sind geblieben, haben alte Häuser gekauft und saniert. Es gibt fast keine Probleme." Mit kritischen Stimmen für das Erstaufnahmezentrum rechnet er. "Aber als Bürgermeister einer Zuschussgemeinde habe ich die Aufgabe, das Beste herauszuholen." Visotschnig will in der Gemeinde eine "unabhängige Gruppe bilden, die sich das Projekt seriös anschaut. Wir haben zu bedenken, wie das mit unserem Kunst-Schwerpunkt (Liaunig-Museum, Anm.) vereinbar ist."
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Erstaufnahmestelle
Derzeit gibt es Erstan-haltezentren an den Standorten Traiskirchen, Thalham und Flughafen Schwechat.












