Obama sichert Südkorea militärischen Beistand zu
US-Präsident rief Nordkorea zur Beendigung seines Atomwaffenprogramms auf.

Foto © Reuters
Südkorea bleibe unter dem nuklearen Schirm der USA, hieß
es am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung, die anlässlich der
Gespräche von US-Präsident Barack Obama mit seinem südkoreanischen
Kollegen Lee Myung-bak in Washington veröffentlicht wurde.
Sanktionen. Das hermetisch abgeriegelte Land werde nicht mehr davon
profitieren, dass es mutwillig eine Krise heraufbeschworen habe,
betonten die beiden Politiker. "In der Vergangenheit gab es ein
Muster, wonach Nordkorea mit Nahrungsmitteln, Energielieferungen und
günstigen Darlehen belohnt wurde, wenn es sich nur lange genug
kriegerisch gebärdet hat", sagte Obama bei der Pressekonferenz mit
Lee. "Unsere Botschaft ist, dass wir dieses Muster durchbrechen."
Sicherheit. "Wir werden eine robuste Verteidigungsposition behalten, gestützt
von den gebündelten Kapazitäten, die die Sicherheitsinteressen beider
Nationen wahren", hieß es in der Erklärung. "Die anhaltende Zusage
einer ausgeweiteten Abschreckung, einschließlich des atomaren Schirms
der USA, verstärkt diese Zusage." Die USA haben Zehntausende Soldaten
an der hermetisch abgeriegelten Grenze zu Nordkorea stehen.
Appell. Obama rief die internationale Gemeinschaft zum entschlossenen
Handeln auf. Die kürzlich verhängten UNO-Sanktionen gegen Nordkorea
seien mit "robusten Kräften" durchzusetzen. Wie die "New York Times"
berichtete, haben die USA das geplante Vorgehen gegen nordkoreanische
Schiffe mit Moskau und Peking abgestimmt. Im Einzelnen heißt es, die
US-Marine solle verdächtige nordkoreanische Schiffe zu einem Hafen
eskortieren, wo ihre Fracht untersucht werden soll. Allerdings soll
die Marine dabei keine Gewalt anwenden. Obama und Lee betonten in
Washington, das nordkoreanische Atom- und das Raketenprogramm sei
eine schwere Bedrohung für die Sicherheit in Asien und in der Welt.
Weitere Tests. In Reaktion auf die UNO-Sanktionen hatte Nordkorea am Wochenende
den Ausbau seines Atomwaffen-Programms angekündigt. Lee warnte vor
weiteren Raketentests des nördlichen Nachbarn. Die enge Beziehung
seines Landes zu den USA werde Nordkorea aber zum Nachdenken zwingen,
bevor es Maßnahmen ergreife, die es später bereuen werde.
Für Spannungen hatte jüngst auch die Verurteilung zweier
US-Journalistinnen gesorgt: Das höchste Gericht in Nordkorea hatte
die beiden Frauen Anfang der vergangenen Woche wegen "schweren
Verbrechens gegen die koreanische Nation und illegalen
Grenzübertritts" zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt. Wie
die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag
berichtete, sollen die beiden Fernsehjournalistinnen inzwischen ihre
Teilnahme an einer "Verleumdungskampagne" gegen das kommunistische
Land gestanden haben. Sie hätten die Grenze des Landes illegal
übertreten, um mit Filmaufnahmen gezielt die Menschenrechtspolitik
des Landes zu verfälschen.
Amtsübergabe. Unterdessen berichtete die japanische Zeitung "Asahi Shimbun",
dass der jüngste Sohn des gesundheitlich angeschlagenen
nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il definitiv seinen Vater an
der Staatsspitze beerben soll. Kim Jong-un habe sich jetzt bei einem
Geheimbesuch in Peking als künftiger starker Mann in Pjöngjang
vorgestellt, berichtete das Blatt unter Berufung auf chinesische und
koreanische Quellen. Der junge Kim habe den chinesischen Staatschef
Hu Jintao über diese noch inoffizielle Entscheidung informiert. Er
soll Mitte Zwanzig sein.












