Netanyahu: "Lassen Sie uns Frieden schließen"
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat die arabischen Staaten dazu aufgerufen, Frieden mit seinem Land zu schließen.

Foto © ReutersBenjamin Netanyahu am Rednerpult
"Lassen Sie uns Frieden schließen. Ich bin bereit, Sie jederzeit und überall zu treffen, in Damaskus, Riad und auch in Jerusalem", sagte Netanyahu am Sonntagabend in seiner mit Spannung erwarteten Grundsatzrede zum Nahost-Konflikt an der Bar-Ilan-Universität bei Tel Aviv. "Ich will keinen Krieg. Niemand in Israel will Krieg."
Angebot der Zusammenarbeit.
Den Palästinensern unterbreitete Netanyahu das Angebot von
sofortigen Gesprächen über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. In
den Bereichen Wassernutzung, Solarenergie, dem Bau von Öl- und
Gaspipelines oder Tourismus gebe es ein enormes Potenzial, betonte
der israelische Regierungschef. "Lassen Sie uns sofort mit der
Zusammenarbeit starten. Wir wollen mit Ihnen in Frieden und Ruhe
leben." Netanyahu versicherte zugleich, dass sein Konzept eines
"wirtschaftlichen Friedens" mit den Palästinensern kein Ersatz für
einen politischen Friedensschluss sei, aber ein wichtiges Element
sei, um diesen erzielen zu können.
Unterstützung für Palästinenserstaat.
In seiner Rede ließ Netanyahu erstmals Unterstützung für einen
unabhängigen Palästinenserstaat erkennen, sofern dieser
demilitarisiert sei. Israel wolle das palästinensische Volk nicht
beherrschen, und ihm das Recht auf Staatssymbole wie eine eigene
Fahne oder Hymne zubilligen, sagte der Regierungschef. Die neue
"palästinensische Entität" müsse aber demilitarisiert und unter
Kontrolle der israelischen Armee bleiben, um einen Raketenbeschuss
durch palästinensische Extremisten zu verhindern. Der neue
palästinensische Staat werde auch keine Kontrolle über seinen eigenen
Luftraum haben und ohne Zustimmung Israels keine Militärbündnisse
eingehen dürfen.
Anerkennung Israel.
Als weitere Bedingung nannte Netanyahu die Anerkennung Israel als
jüdischen Staat durch die Palästinenser. Auch ein Rückkehrrecht für
alle nach der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 geflüchteten
Palästinenser werde es nicht geben können. Netanyahu bekräftigte auch
den Anspruch Israels auf den Ostteil Jerusalems, der ursprünglich den
Palästinensern zugesprochen worden war. Jerusalem werde die
"vereinigte Hauptstadt" Israels bleiben, sagte der Regierungschef
unter dem Applaus der etwa 300 Zuhörer. Man werde aber die Freiheit
der Religionsausübung in der für Juden, Muslime und Christen heiligen
Staat gewährleisten, fügte Netanyahu hinzu.
Hintergrund
Die sogenannte Road Map sah Frieden für den Nahen Osten und bereits 2005 die Errichtung eines souveränen Staats der Palästinenser vor. Die Ziele von 2003 wurden jedoch bis heute weit verfehlt.
Foto

Mahmoud AbbasFoto © APA
Obamas Wunsch
Netanyahu griff auch die Forderung von US-Präsident Barack Obama auf, den Siedlungsbau in den besetzten Gebieten zu stoppen. Israel habe nicht die Absicht, weitere Siedlungen zu bauen, sagte der israelische Premier.
















