"Waterboarding": Britische Polizisten suspendiert
Sechs Londoner Polizisten stehen Medienberichten zufolge im Verdacht, die umstrittene Verhörmethode des sogenannten Waterboarding angewendet zu haben. Bei dieser Verhörpraxis haben die Betroffenen das Gefühl, kurz vor dem Ertrinken zu stehen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurden die Beamten wegen Vorwürfen, Verdächtige misshandelt zu haben, versetzt oder vom Dienst suspendiert.
Die unabhängige Untersuchungskommission IPCC befasse sich mit den Vorgängen, hieß es weiter. Die mutmaßlichen Folteropfer waren bei einem Anti-Drogen-Einsatz im vergangenen Jahr festgenommen worden.
Nach unterschiedlichen Medienangaben sollen bis zu fünf Verdächtige derartigen Verhören unterzogen worden sein. Wie die "Times" und die "Daily Mail" berichteten, sind die Foltervorwürfe Teil einer größeren polizeiinternen Untersuchung, bei der es auch um angebliche Beweismanipulationen und Diebstähle durch Polizisten aus dem Norden Londons geht.
Weder die Polizeiaufsicht noch Scotland Yard wollten Details zu den Anschuldigungen preisgeben. Ein Scotland-Yard-Sprecher sprach jedoch von "ernsten" Vorwürfen. Sollten sie sich bestätigen, würden sie strengste Konsequenzen nach sich ziehen. Auch der Londoner Bürgermeister Boris Johnson sprach von schwerwiegenden Vorwürfen.
Menschenrechtsorganisationen stufen das in den USA im Rahmen des sogenannten Anti-Terror-Kampfes eingesetzte "Waterboarding" als Folter ein. In den Vereinigten Staaten ist die Verhörmethode mittlerweile von US-Präsident Obama untersagt worden.
Die Londoner Polizei war zuletzt wegen teils gewalttätiger Übergriffe auf Demonstranten während des G-20-Weltfinanzgipfels in die Kritik geraten. Dabei war unter anderem ein unbeteiligter Mann kurz nach einem Zusammenstoß mit der Polizei zusammengebrochen und an inneren Blutungen gestorben.












