Bürger in Pakistan übten Vergeltung für Anschlag
Nach dem Selbstmordanschlag auf eine Moschee in Nordwestpakistan mit 33 Toten haben sich Anwohner gegen die Taliban zur Wehr gesetzt. Etwa 400 Pakistani schlossen sich nach Behördenangaben zusammen und griffen am Wochenende mutmaßliche Stützpunkte von Taliban-Kämpfern in fünf Dörfern an. Die Bürgerwehr besetzte demnach drei Dörfer. Laut Polizei wurden mindestens elf Militante getötet.
Rund 20 Häuser, in denen sich Taliban-Kämpfer aufgehalten haben sollen, wurden nach Angaben der Bezirksregierung zerstört. Die Regierung hat die Bevölkerung wiederholt ermutigt, in Bürgermilizen gegen Extremisten mobil zu machen. Bei dem Moschee-Anschlag im Gebiet von Haya Gai wurden am Freitag auch Dutzende Menschen verletzt.
Die Zeitung "The News" berichtete, die aufgebrachten Milizionäre hätten beim Sturm auf die Stellungen der Taliban "Pakistan ist erwacht" gerufen. Ein Stammesälterer sagte "The News": "Wir sind nicht bereit, ihnen zu erlauben, ihren Terror hier zu entfesseln."
Bei einem Überfall auf einen Militärkonvoi im Nordwesten des Landes töteten mutmaßliche Taliban-Kämpfer zwei Gefangene, die der islamistischen Bewegung angehörten. Die Extremisten griffen den Gefangenentransport nach Militärangaben am Samstag mit einem Sprengsatz und Gewehren an. Dabei wurden zwei Mitarbeiter des islamistischen Klerikers Sufi Muhammad getötet, der mit der Regierung das umstrittene und letztlich gescheiterte Friedensabkommen für das Swat-Tal ausgehandelt hatte. Auch ein Soldat kam ums Leben.
Ein Militärsprecher sagte, es sei nicht auszuschließen, dass die beiden Gefangenen absichtlich getötet wurden, um zu verhindern, dass sie Informationen über die Taliban im Swat-Tal preisgeben. Ein Taliban-Sprecher warf hingegen den Behörden vor, die beiden getötet zu haben. Dies habe ein Geschenk für den US-Gesandten Richard Holbrooke sein sollen.












