Misserfolg für HDZ bei kroatischer Kommunalwahl
Bei den Kommunalwahlen in Kroatien hat es für die regierende HDZ (Kroatische demokratische Gemeinschaft) in den größten Städten eine Schlappe gesetzt. In keiner der vier Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern setzten sich die Kandidaten des von der national-konservativen HDZ angeführten Blocks durch.
In Rijeka, der drittgrößten Stadt des Landes, ging der Sieg schon in der ersten Runde an Vojko Obersnel von der oppositionellen SDP; in Zagreb, Split und Osijek schafften es die HDZ-Kandidaten nicht in die Stichwahl.
In den zwei größten Städten Zagreb und Split spielte sich das Duell zwischen den Sozialdemokraten (SDP) und unabhängigen Kandidaten ab. In der Hauptstadt siegte der aktuelle SDP-Bürgermeister Milan Bandic über Josip Kregar, Dekan der Juristischen Fakultät. In Split dagegen gewann der unabhängige Unternehmer Zeljko Kerum gegen den SDP-Kandidaten Ranko Ostojic.
Als in Kroatien am Sonntagabend die ersten Ergebnisse des zweiten Durchgangs der Kommunalwahlen veröffentlicht wurden, beanspruchten dennoch beide Großparteien den Wahlsieg für sich. Die HDZ und ihre Koalitionspartner, die Sozial-Liberalen (HSLS) und die konservative Bauernpartei (HSS), gewannen in 13 der 20 Gespanschaften: An die HDZ gingen zehn, an die HSS drei Gespane (Chefs der Landkreise bzw. Gespanschaften).
Sowohl der Gespan der Hauptstadt Zagreb, die den Status eines Landkreises hat, als auch sechs weitere Gespanschaften gingen allerdings an den SDP-geführten Block mit der liberal-bürgerlichen Volkspartei (HNS) und der Regionalpartei IDS (Istrische demokratische Versammlung). Dabei entschieden HNS und IDS je eine Gespanschaft für sich. Zagrebs SDP-Bürgermeister Milan Bandic bleibt im Amt. Erstmals waren heuer Bürgermeister, Gemeinde- und Landesräte direkt gewählt geworden.












