Nordkoreas Drohgebärden überschatten ASEAN-Gipfel
Südkorea ist von Montag an Gastgeber eines zweitägigen Gipfels der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN). Überschattet wird das Spitzentreffen auf der Insel Cheju von den militärischen Drohungen des Nachbarlandes Nordkorea. Südkoreanische Medienberichten zufolge steht Nordkorea offenbar kurz vor einem weiteren Raketentest.
Die südkoreanische Regierung hat daher die Sicherheitsvorkehrungen für den ASEAN-Gipfel verschärft. Nach Regierungsangaben aus Seoul werden die Vorgänge in Nordkorea auch ein Thema des Treffens sein. Darüber hinaus stehen die weltweite Wirtschaftskrise, der Klimawandel und die Zusammenarbeit in Handels- und Sicherheitsfragen auf der Tagesordnung.
Südkoreanische Medien berichteten am Montag, dass eine Langstreckenrakete mittlerweile auf einer neuen Abschussbasis Musudan-Ni an der Nordwestküste des Landes angekommen sei. Außerdem seien alle Schiffe aus dem Gebiet vor der Küste verbannt worden.
Nach den etwa zwei Wochen dauernden Startvorbereitungen könnte dann um den 16. Juni herum getestet werden, wenn der südkoreanische Präsident Lee in Washington mit seinem US-Kollegen Obama zusammentrifft. Medienberichten entspreche der Flugkörper in etwa einer Langstreckenrakete, die Pjöngjang im April getestet hatte. Experten zufolge hat die neue dreistufige Rakete eine Reichweite von mehr als 6.700 Kilometern und könnte damit Alaska erreichen.
Erst am Freitag feuerte Nordkorea in Musudan-Ni eine Boden-Luft-Rakete mit einer Reichweite von etwa 260 Kilometern ab. Seit ihrem Atomwaffentest am vergangenen Montag haben die nordkoreanischen Streitkräfte bereits sechs Kurzstreckenraketen getestet. Die Test haben für massive Spannungen in der Region gesorgt. Auch US-Verteidigungsminister Gates warnte Pjöngjang vor weiteren Provokationen.












